5. Jun 2013 | Puerto Rico | USA | Politik

Puerto Rico: "Freiheit für Oscar López Rivera"

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San Juan. Der Senat von Puerto Rico hat US-Präsident Barack Obama aufgefordert, den puertoricanischen Unabhängigkeitskämfer Oscar López Rivera freizulassen.

In einer am vergangenen Donnerstag verabschiedeten Resolution heißt es, López Rivera befinde sich "aus Gründen, die mit dem Kampf für die Unabhängigkeit von Puerto Rico verbunden sind" seit 32 Jahren in den USA in Haft, davon zwölf Jahre in totaler Isolation. Er sitze damit bereits länger im Gefängnis als der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela.

Am Tag zuvor, dem 32. Jahrestag seiner Inhaftierung, fanden in den fünf größten Städten der Insel künstlerische Aktivitäten und Kundgebungen für die Freilassung López Riveras statt, an denen sich mehrere tausend Menschen beteiligten. An der Mobilisierung nahmen unterschiedliche Persönlichkeiten teil: der renommierte Filmemacher Jacobo Morales, Musiker der Musikgruppe Calle 13, der Sänger Ricky Martin, der Komödiant Silverio Pérez, der Baseball-Spieler Carlos Delgado und der Bischof von Caguas, Ruben Gonzalez. Die Liste der Unterstützer umfasst neben vielen Linken Puerto Ricos auch Mitglieder der regierenden Demokratischen Volkspartei (PPD), unter ihnen Gouverneur Alejandro García Padilla.

Der heute 70-jährige Oscar López Rivera, war 1981 zu 55 Jahren Haft wegen "Verschwörung zum Sturz der Regierung der USA in Puerto Rico" und Mitgliedschaft in der Guerillaorganisation Bewaffnete Streitkräfte der Nationalen Befreiung (FALN) verurteilt worden, 1987 kamen noch 15 Jahre wegen eines Fluchtversuches dazu.

Die FALN kämpfte in den 1970er und 1980er Jahren für die vollständige Unabhängigkeit Puerto Ricos und führte in den USA zahlreiche Sabotageaktionen durch. Im Jahr 1999 begnadigte US-Präsident William Clinton 16 der puertoricanischen Gefangenen, die im Zusammenhang mit Handlungen der FALN und der Los Macheteros, einer weiteren Gruppe für die Unabhängigkeit, verurteilt worden waren. López Rivera verweigerte damals die Zustimmung zur Begnadigung, weil sie seine Mitkämpfer Carlos Alberto Torres und Haydee Beltran nicht mit einschloss. Torres und Beltran sind inzwischen in Freiheit.

Puerto Rico wurde 1898 von den USA besetzt und hat seit Juli 1952 den Status eines "frei assoziierten Staates der USA". Dies bedeutet einen gewissen Grad an Autonomie, wobei die Verteidigung, die Grenzregelungen und die internationale Politik von Washington bestimmt werden. Aktuell geht es um einen Prozess der Überprüfung dieses Status. Die Regierung Obama will im nächsten Jahr ein Referendum durchführen, das den Weg für eine vollständige Annexion ebnet , so dass Puerto Rico ein weiterer US-Bundesstaat wird.

(contrainjerencia/rnv)

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