29. Apr 2013 | Venezuela | Politik

Eins zu 25 Billiarden

Ein US-Institut hat die Wahrscheinlichkeit errechnet, mit sich in den in Venezuela überprüften Wahlurnen Fehler finden werden: Eins zu 25 Billiarden

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Das Center for Economic and Policy Research (CEPR) hat die Debatte um die venezolanischen Wahlen mit einem Rechenbeispiel angereichert. Das links-liberale Institut mit Sitz in Washington hat errechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist, dass sich im bevorstehenden Überprüfungsprozess der Wahlergebnisse so viele Fehler finden, dass das Wahlergebnis verändert wird.

Hintergrund der Rechnung ist, dass bereits mehr als die Hälfte der Wahltische am Wahlsonntag (14.4.) überprüft wurden. Dabei wurden 20.825 der 39.303 Wahlmaschinen zufällig ausgewählt und dann in Anwesenheit von Zeugen aller politischen Lager überprüft. Das Ergebnis: In keinem einzigen Fall fand sich eine Abweichung der manuell erfassten Stimmenzahlen von den digital Ergebnissen. Dies bezeugten auch die Vertreter von Regierung und Opposition.

Angesichts dieser Annahme hat das CEPR die Wahrscheinlichkeit errechnet, mit der sich in den verbleibenden 18.478 Wahltischen ausreichend Fehler finden, um das Ergebnis umzudrehen – Nicolás Maduro hat einen Vorsprung von gut 270.000 Stimmen. Hierfür gehen sie für ihre Berechnung davon aus, dass mindestens an 50 Wahltischen Unregelmäßigkeiten gefunden werden müssten. Diese Zahl ist allerdings sehr konservativ geschätzt: Tatsächlich müssten es wesentlich mehr sein, da im Durchschnitt nur 360 Wähler an jedem Tisch wählen.

Unter diesen Voraussetzungen kommt das CEPR auf eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 25 Billiarden. Ein Sechser im Lotto ist dagegen eine sichere Bank.

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