Blogarchiv November 2007

27. Nov 2007 | Deutschland | Venezuela | Medien | Politik

Krieg der Prozente

Wahlprognosen vor dem Verfassungsreferendum

Unterschiedliche Umfrageergebnisse heizen die innenpolitische Stimmung in Venezuela knapp eine Woche vor dem Verfassungsreferendum weiter an. Die oppositionelle Tageszeitung El Universal meldete am Freitag, 49% der Befragten würden gegen die Verfassungsreform stimmen, 39% dafür. Die Umfrage stammt von dem Unternehmen Datanalisis, das ebenfalls der Opposition nahe steht. Der staatliche Fernsehsender Venezolana de Televisión (VTV) veröffentlichte ganz andere Zahlen, die die Firma Alemica Consultores landesweit erhoben hatte. … weiter >

26. Nov 2007 | Deutschland | Venezuela | Medien

Realität und Wachstum

Wirtschaftliche und ideologische Trendwende wird im Kontext des Wachstums nicht thematisiert

Mit einem politischen und journalistischen Widerspruch mussten sich deutsche Zeitungen dieser Tage beschäftigen: Denn während hiesige Redaktionen wegen der Abkehr von neoliberaler Misswirtschaft in Lateinamerika nicht nur den Verfall der Demokratie, sondern eben auch der Wirtschaft in Venezuela, Bolivien und anderen Staaten der Region beklagen, ist die Wirtschaftskommission der UNO für Lateinamerika (Cepal) zum gegenteiligen Ergebnis gekommen: Lateinamerika geht es besser. … weiter >

23. Nov 2007 | Spanien | Medien

El País setzt Kritiker unter Druck

Mit Urheberrecht in Stellung gegen Pascual Serrano

Die spanische Tageszeitung El País verlangt vom freien Journalisten Pascual Serrano, daß er seinen Artikel El País contra Chávez, fuego a discreción (El País gegen Chávez, diskretes Feuer) aus seinem Online-Portal www.rebelion.org nimmt oder für zitierte Passagen aus Artikeln bezahlt. In seinem Beitrag analysiert Serrano, wie Spaniens führendes Blatt in der Ausgabe vom 18. … weiter >

22. Nov 2007 | Deutschland | Kolumbien | Medien

Geheimnisse der Agentur AP

Merkwürdiges zum Abbruch der Verhandlungen über einen Austausch der Gefangenen von Guerilla und Regierung in Kolumbien

Vorausgeschickt sei, dass Geheimverhandlungen für die Presse äußerst schwer zu verfolgen sind. Der Geheimhaltung wegen eben. Der deutsche Dienst der US-Nachrichtenagentur AP mag deswegen so seine Probleme gehabt haben, als er heute vom Abbruch der von der venezolanischen Regierung geführten Verhandlungen über einen Austausch der Gefangenen von Guerilla und Regierung in Kolumbien berichtete. Am Vorabend hatte Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe die Gespräche überraschend für beendet erklärt. In gleich mehreren Meldungen der AP heißt es heute: … weiter >

15. Nov 2007 | Venezuela | Medien

Zenit der katholischen Desinformation

Wahrheitstreue ausbaufähig

“Getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen”, lautet anscheinend die Devise der Katholischen Amtskirche in Venezuela, wenn es darum geht, die Verfassungsreform zu verhindern. Ein Teil der Bischöfe heuchelt Friedenswillen, während der andere sich der Desinformation verschrieben hat. … weiter >

12. Nov 2007 | Deutschland | Venezuela | Medien

"Die Zeit": Zitieren statt recherchieren

Zu einer Reportage von Hans Christoph Buch über Venezuela

In Sachen Venezuela gibt sie uns ein Rätsel auf, die Wochenzeitung "Die Zeit". Wer, wenn nicht ein linksliberales Blatt wäre berufen, jenseits der ausgelutschten Klischees von Caudillos und Bananenrepubliken über Venezuela zu schreiben? Etwa darüber, was rund sechzig Prozent der Wähler dazu bringt, den Ex-Leutnant Hugo Chávez mit seinem Projekt der "bolivarischen Revolution" zu unterstützen. … weiter >

8. Nov 2007 | Deutschland | Venezuela | Medien

"Spiegel" schießt auf die falschen Demonstranten

Opfer der Schießerei waren Aktivisten des Regierungslagers

Das Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” veröffentlichte am 8. November 2007 auf seiner Internetseite den Bericht Schüsse bei Demo gegen Chávez.

Dort heißt es einleitend:

“Maskierte Männer haben in Venezuela bei Protesten gegen eine Verfassungsänderung auf Demonstranten geschossen. 80.000 Studenten forderten die Verschiebung des Referendums, das Staatschef Chávez noch mehr Macht geben soll.” … weiter >

7. Nov 2007 | Deutschland | Südamerika | Medien

FAZ schneidet sich eine Caudilla aus der Rippe

Vorsicht neoliberaler Neusprech

Cristina Fernández de Kirchner wird am 10. Dezember 2007 gleich zweimal Geschichte schreiben, wenn man der Frankfurter Allgemeinen Zeitung glauben mag: Zum einen wird sie als Argentiniens erste demokratisch gewählte Präsidentin ihr Amt antreten, zum anderen dürfte sie ab dann als erste „Caudilla“ des 21. Jahrhunderts durch den deutschen Blätterwald geistern. Diesen zweifelhaften Beinamen hat ihr der Lateinamerika-Korrespondent der deutschen Leitmediums, Josef Oehrlein, verpaßt. Am 2. November schrieb er anläßlich von Fernández' Wahlsieg: … weiter >