2. Dez 2007 | Deutschland | Kolumbien | Medien

Biedermann und die Brandstifter

Leserbrief zur Berichterstattung über Chávez' Vermittlungsversuche für die Geiseln der FARC

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Eine seriöse Tageszeitung wie die FAZ sollte darauf achten dass sich einzelne Korrespondenten nicht vor den Propagandakarren des US-State Departments und der CIA spannen lassen, sondern ihrer ethischen Verpflichtung als Journalisten nachkommen und faire und korrekt recherchierte Nachrichten produzieren. Ich beziehe mich auf den Artikel Brandstifter Chávez (Daniel Decker, faz, 30.11.2007). Spätestens seit dem US-Terrorismus gegen Sandinista Nicaragua oder gegen Präsident Aristide (Haiti), gehört der mediale Krieg zum Standardrepertoire der US-Intervention (zum Beispiel, "Office of Public Diplomacy" oder "Information Operations Roadmap" googeln!). Die Kombination von repräsentativer, direkter und partizipativer Demokratie macht Venezuela tatsächlich zu einem der demokratischsten Länder weltweit, im Gegensatz zu den sonst üblichen Elitenpolyarchien. Chávez wurde von Angehörigen von FARC Entführungsopfern und Uribe selbst eingeladen zu vermitteln. Der FAZ-Artikel Lebenszeichen von Ingrid Betancourt verweist auf den Erfolg. Die Strategie Chávez international zu diskreditieren und isolieren will allerdings nicht so recht gelingen. Im Gegenteil: inzwischen ist auch in den demokratischen Washingtoner Politiker/innenkreisen Uribe's Verbindung zu den paramilitärischen, von den USA teilfinanzierten ("Plan Colombia") Terroristen bekannt. Die Brandstifter sitzen in Washington. Und so manche Biedermänner in den Redaktionen der so genannten unabhängigen Presse.

(Hier ist der veröffentlichte Leserbrief zu finden)

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