25. Jul 2009 | Chile | Venezuela | Politik

Ex-Pinochet-Gegner unterstützt Putschisten

Putsch soll venezolanisch-kubanische Söldnerregierung verhindern

DruckversionEinem Freund senden

Wie sich manche Biografien ändern können: In den 70er Jahren zählte der Chilene Fernando Mires zu der "Bewegung der Revolutionären Linken" (MIR), die nach dem faschistischen Putsch gegen Salvador Allende 1973 gegen die Diktatur kämpfte. Später kam er nach Deutschland und engagierte sich weiter politisch. Er war als Autor des linken Rotbuch-Verlages tätig.

Und nun? Auf der Internetseite "Venezuela al Día" veröffentlichte der heute an der Universität Oldenburg tätige Politologe einen spanischsprachigen Kurzessay mit dem Titel "Man muss Micheletti unterstützen".

Mires´ Argumentation: Das Putschregime stelle das "kleinere Übel" dar. Denn wenn der Kampf gegen die Machthaber um Roberto Micheletti und Armeechef Romeo Vásquez Velásquez fortgeführt wird, drohe eine Militarisierung der Regierung. Oder gar eine Militärintervention: "Und dieser Weg", schlussfolgert Mires, "wird zu einer Söldnerdiktatur im Dienste Kubas und Venezuelas führen."

Mires ist damit der zweite ehemals linke Exilchilene, der das politische Lager gewechselt hat. 2005 hatte bereits der ebenfalls aus Chile stammende Literaturwissenschaftler Victor Farías mit der Behauptung für Furore gesorgt, der 1973 ermordete Präsident Salvador Allende sei ein Antisemit und Nazi-Sympathisant gewesen.

Neuen Kommentar schreiben

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Putsch + Fernando Mires + Victor Farías

14. Mai | Honduras | Politik

Die Partei LIBRE und ihre Aufgaben

Eine Analyse der Genese der neuen Partei innerhalb der Widersprüche des heutigen Honduras'

Honduras durchläuft derzeit eine schwere sozio-politische und wirtschaftliche Krise, ausgelöst durch den Verschleiß der alten, liberal-konservativen Parteienlandschaft, mit ihren im Verlaufe der Ze … weiter >

Grünen-Abgeordnete fordern mehr Schutz für Aktivisten in Honduras

Berlin. Nach dem Mord am Oppositionellen und Menschenrechtsaktivisten Erick Martínez Ávila in Honduras haben zwei Abgeordnete der Grünen Konsequenzen von der De-facto-Regierung des mittelamerikanischen Landes gefordert. … weiter >

Weiterer Mord an Oppositionellen in Honduras

Erick Martínez Ávila bei der diesjährigen 1.-Mai-Demonstration in Teguc

Leiche von Martínez Ávila aufgefunden. Schwuler Aktivist setzte sich in Partei LIBRE für sexuelle Rechte ein. Proteste am 17. Mai geplant

Tegucigalpa. Erneut ist in Honduras ein Aktivist der Opposition einem Mord zum Opfer gefallen. Erick Martínez Ávila wurde am Morgen des 7. … weiter >