25. Jan 2009 | Bolivien | Deutschland | Medien

Umstrittene Einschätzung

...der bolivianischen Verfassung

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Auf manche Begriffe sollten um Objektivität bemühte Mitarbeiter von Nachrichtenagenturen einfach verzichten. An erster Stelle auf das Adjektiv "umstritten" – wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Samstag erneut unter Beweis stellte. Sie schrieb zum Verfassungsreferendum in Bolivien:

"Das von einer verfassungsgebenden Versammlung ausgearbeitete Grundgesetz ist höchst umstritten."

Auf was aber trifft das in der Politik nicht zu? Die neue Verfassung in Bolivien genießt Umfragen zufolge eine Zustimmung von 60 Prozent. Sie ist laut dpa "höchst umstritten".

Im Vergleich dazu das politische Panorama in Deutschland: Nach hiesigen Umfragen unterstützen die CDU rund 36 Prozent der Wähler, die SPD nur 25 Prozent. Um die politischen Konzepte beider Gruppierungen wird tagtäglich gerungen. "Umstritten" sind sie nur bei der dpa nicht.

Was die Frage aufwirft, nach welchen Kriterien das umstrittene Adjektiv vergeben wird. Nach objektiven Maßstäben wohl nicht. Zumal es bei der dpa nicht der erste Fall war.

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