6. Mär 2008 | Deutschland | Ecuador | Kolumbien | Medien

Wo sind die Geiseln?

Tagesschau stellte die Invasion Kolumbiens in Ecuador als Geisel-Befreiung dar

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Nach einer Invasion der kolumbianischen Armee in Ecuador berichten auch deutsche Medien täglich über die Entwicklung der Krise. Je nach Standpunkt wird den Argumenten des Angreifers (Kolumbien), oder des Angegriffenen (Ecuador) mehr Platz eingeräumt. Völlig aus der Rolle fielen die Tagesschau und ihre Sprecherin Susanne Daubner am Mittwochabend. Daubner und ihre verantwortliche Nachrichtenredaktion stellten die Invasion Kolumbiens als Geisel-Befreiung dar. Unter der Meldungsüberschrift "Konflikt um Geisel-Befreiung" hieß es zur besten und mit GEZ-Gebühren finanzierten Sendung:

„Nach der gewaltsamen Geiselbefreiung von Samstag haben sich die Beziehungen zwischen Kolumbien und zwei Nachbarländern weiter verschlechtert. Die kolumbianische Armee hatte einige Geiseln befreit, die von den linksgerichteten FARC-Rebellen in einem Lager auf dem Gebiet Ecuadors gefangen gehalten wurden. Ecuador brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen ab, Venezuela folgte diesem Schritt und zog Truppen an der Grenze zu Kolumbien zusammen.“

Wer liegt nun falsch? Die Tagesschau? Oder Ecuador, Venezuela, die Organisation Amerikanischer Staaten, die französische Regierung, Nichtregierungsorganisationen aus ganz Lateinamerika, Parlamentarier aus Spanien, Deutschland und Großbritannien? Alle sie protestieren derzeit gegen die Invasion Kolumbiens in Ecuador, die allein zum Ziel hatte den FARC-Sprecher Raúl Reyes zu töten.

Übrigens: Nach Angeben der ecuadorianischen Regierung wurde durch den Überfall eine Befreiung von Gefangenen der FARC verhindert, unter ihnen die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt.

Amerika 21.de bemüht sich um Aufklärung und hat bei Tagesschau nachgefragt. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Und wir danken dem Redblog, auf dem Sie die den Beitrag sehen können, für den Hinweis.

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