29. Aug 2010 | Kolumbien | Menschenrechte

IRK interveniert in Bandenkrieg in Kolumbien

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Bogotá. Erstmals will sich das Internationale Rote Kreuz in einen Konflikt um die städtische Kriminalität in Kolumbien einbringen. Nach einem Bericht der Organisation über den Bandenkrieg in dem südamerikanischen Land entschied das IRK, eine Mission in die zweitgrößte Stadt, Medellin, zu entsenden. Aufgabe solle es sein, zwischen den bewaffneten Akteuren, den staatlichen Institutionen und der Bevölkerung zu vermitteln. Für die Bewohner der betroffenen Gebiete sei ein humanitärer Aktionsplan ausgearbeitet worden.

In Medellin kommt es seit Monaten zu bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden. Betroffen sind vor allem die Armenviertel der Stadt. Nach Presseberichten operieren dort etwa 300 Banden mit etwa 4.500 Mitgliedern. Bei ihren Auseinandersetzungen würden die Anwohner als "menschliche Schutzschilde" eingesetzt. Alleine im ersten Halbjahr 2010 seien etwa 3.000 Personen in sicherere Gegenden geflüchtet. Ähnliche Missionen führte das IRK bereits in den Favelas von Brasilien, in  Ciudad Juárez in México, in Honduras, Haiti und Guatemala durch.

(PL/elespectador)

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