16. Feb 2011 | Ecuador | USA | Umwelt | Wirtschaft

Chevron zu Milliarden-Entschädigung verurteilt

DruckversionEinem Freund senden

Quito. Ein Gericht in Ecuador hat den US-Erdölkonzern Chevron-Texaco erstmalig wegen schwerer Umweltzerstörung zu Schadenerstatz in Milliardenhöhe verurteilt. Das Unternehmen soll acht Milliarden US-Dollar als Strafe für jahrelange rücksichtlose Rohstoffausbeutung in Ecuador bezahlen, so Richter Nicolás Zambrano laut der ecuadorianischen Nachrichtenagentur ANDES. Außerdem forderte Zambrano den Konzern auf, sich öffentlich bei den Betroffenen für die Umwelt- und Gesundheitsschäden zu entschuldigen.

Der frühere Bergbau- und Energieminister Alberto Acosta begrüßte das Urteil als "Triumph für die Menschheit". "Wir brauchen eine internationale Umweltgerichtsbarkeit, denn solche Probleme, ähnlich wie das BP-Ölleck im Golf von Mexiko, betreffen die ganze Menschheit", wird Acosta von taz-Korrespondent Gerhard Dilger in seinem Blog zitiert.

Chevron will den Urteilsspruch nicht akzeptieren. Auch die Gegenseite ist unzufrieden: den Vertretern der tausenden Kläger ist die Summe zu gering, sie fordern mehr als das Dreifache. Der Prozess in der nordecuadorianischen Stadt Nueva Loja begann 2003 nach fast einem Jahrzehnt juristischer Auseinandersetzungen in den USA.

(apet/andes/latinorama)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Chevron

Ecuador will Schadensersatz von Chevron im Ausland einfordern

Quito. Ecuador will im Streit um den Schadensersatz des Erdölkonzerns Chevron auf dessen Vermögen in anderen Staaten zugreifen. Dies erklärten die Ankläger in dem Zivilrechtsverfahren gegen den Konzern. Allerdings müssten diese Staaten jedoch erst einmal die Gültigkeit des Urteils anerkennen, das im Februar 2011 gesprochen und Anfang dieses Jahres bestätigt wurde. … weiter >

5. Jan | Ecuador | Politik | Umwelt | Wirtschaft

Ecuador: Urteil gegen Chevron bestätigt

Die giftigen Hinterlassenschaften der Ölförderung in Ecuador

US-Ölkonzern soll 18 Milliarden Entschädigung zahlen. Unternehmen beschuldigt Justiz. Betroffene sehen Beweis für massive Umweltzerstörung

Lago Agrio, Ecuador. Der US-Ölkonzern Chevron muss 18 Milliarden Dollar Entschädigung für die massive Zerstörung der Umwelt im ecuadorianischen Regenwald zahlen. … weiter >

22. Dez 2011 | Ecuador | USA | Politik | Soziale Bewegungen | Umwelt

Schmutziges Geld aus den USA für Yasuní?

Quito. Die Beauftragte der ecuadorianischen Regierung für die Yasuní-Initiative, Ivonne Baki, hat einem Medienbericht zufolge dem US-Unternehmen Chevron-Texaco den Erlass einer milliardenschweren Strafzahlung in Aussicht gestellt. … weiter >