Mapuche aus Chile fordern Hilfe der EU

DruckversionEinem Freund senden

Brüssel. Vertreter der südamerikanischen Mapuche-Volksgruppe haben im Europäischen Parlament über die Situation der Nachkommen dieser Ureinwohner in Chile informiert und von Brüssel Hilfe im Kampf gegen andauernde Menschenrechtsverletzungen gefordert. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Nichtregierungsorganisation UNPO, der Fraktion der Grünen und dem Komitee der Mapuche in Belgien.

Neben Arauco Chihuailaf aus Frankreich und Maria Railaf aus den Niederlanden kam auch die Stammeschefin Juana Calfunao aus Chile zu Wort. Die Mapuche-Repräsentanten klärten über die Rechtssituation der Indigenen auf und klagten das chilenische Rechtssystem der Diskriminierung und Ausgrenzung an. Rechtliche Bestimmungen wie das Anti-Terror-Gesetz würden gegen die Menschenrechte verstoßen, Chancen sozialer Gerechtigkeit zunichte machen, die Indigenen wirtschaftlich ausgrenzen und ihnen das Recht auf ihr Land verwehren, so die Thesen der Referenten.

Juana Calfunao, Oberhaupt der Gemeinde Juan Paillalef, prangerte das Scheitern der chilenischen Justiz im Konflikt mit den Mapuche an. Sie selbst ist zusammen mit fast allen übrigen Mitgliedern ihrer Familie inhaftiert und nach dem Anti-Terror-Gesetz verurteilt worden.

Konferenzen von Mapuche-Repräsentanten soll fortan jährlich wiederholt werden. Ziel sei es, ein permanentes Forum für Mapuche-Angelegenheiten im Europäischen Parlament einzurichten.

(arod/cooperativa)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Indígenas

Chilenisches Gericht spricht Mapuche frei

Im Gerichtssaal

Santiago de Chile. Ein Gericht im chilenischen Angol hat sieben Mitglieder der Mapuche-Volksgruppe aus Chequenco von den Vorwürfen freigesprochen, vor zwei Jahren einen Bombenanschlag auf ein Fahrzeug eines Forstunternehmens begangen zu haben. Das Fahrzeug war am 14. Juli 2010 von Unbekannten angegriffen worden. … weiter >

Mehr Eindringlinge als Indigene in Schutzgebiet

Junger Awá-Mann

Angehörige der Awá-Volksgruppe Im brasilianischen Bundesstaat Maranhão von Auslöschung bedroht

Brasilia. Die brasilianische Indigenenbehörde Funai hat neue Erhebungen veröffentlicht, nach denen die Volksgruppe der Awá-Indianer im Bundesstaat Maranhão massiv bedroht sind. Geschätzte  … weiter >

16. Mai | Peru | USA | Umwelt

Ein Drittel der Holzexporte aus Peru in die USA sind illegal

Besonders Indigene drängen auf den Schutz von Wäldern und Wildtieren

London/Washington. Rund 35 Prozent der aus Peru in die USA exportierten Mahagoni- und Zedernhölzer stammen aus illegalem Holzschlag. … weiter >