27. Mai 2011 | Brasilien | Menschenrechte | Politik

Menschenverachtung im brasilianischen Kongress

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Brasília. Als der Abgeordnete und Parteivorsitzende der Partido Verde (PV) am Mittwoch im brasilianischen Kongress im Gedenken an die beiden Anfang der Woche brutalst ermordeten Umweltschützer aus Amazonien eine Reportage über die beiden Ermordeten verlas, kam es im Kongress zum Skandal. Sowohl von den Zuschauerbänken als auch von Abgeordneten aus der den Großgrundbesitzern nahestehenden Fraktion der "Ruralistas" wurde die Gedenkrede mit lauten Pfiffen gestört. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung Valor Econômico.

Die beiden Umweltschützer, José Claudio Ribeiro da Silva, und seine Ehefrau, Maria do Espírito Santo da Silva, waren am Dienstag im amazonischen Bundesstaat Pará brutalst ermordet worden. Die beiden wurden mutmaßlich von angeheuerten Pistoleiros aufgelauert und erschossen. Danach haben die Mörder dem Opfer ein Ohr abgeschnitten.

José Claudio Ribeiro da Silva erhielt seit 2008 Morddrohungen. In einem 2010 aufgenommenen Video sagte er: "Die gleiche Sache, die sie in Acre mit Chico Mendes gemacht haben, wollen sie mit mir tun. Die gleiche Sache, die sie mit Schwester Dorothy gemacht haben, wollen sie mit mir machen." Chico Mendes und Dorothy Stang sind die zwei bekanntesten unter der Vielzahl an Mordopfern im Kampf um Land, Umwelt und Gerechtigkeit in Amazonien. "Ich kann heute hier mit Euch reden, in einem Monat könnt Ihr die Nachricht erhalten, dass ich verschwunden bin", so José, der von seinen Freunden kurz Zé Claudio oder auch Zé Castanha genannt wurde, nach den Parákastanien, die er sammelte.

(crus/CPT/Valor/MST)

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