14. Jul 2011 | Chile | Menschenrechte

Anti-Terror-Gesetz in Chile auch bei Minderjährigen angewandt

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Santiago de Chile. Vertreter der Internationalen Liga für Menschenrechte (FIDH) mit Sitz in Paris haben während eines Besuches in Chile die Anwendung der Anti-Terror-Gesetzgebung auf minderjährige Gefangene der Mapuche-Volksgruppe kritisiert. Die FIDH will gezielt die Fälle, in denen diese Notstandsgesetzgebung angewandt wurde, nachverfolgen und schätzt die derzeitige Situation der Mapuche Gemeinden als "sehr beunruhigend" ein.

Trotz angekündigter Reformen seitens der chilenischen Regierung werden die indigenen Jugendlichen im Gefängnis von Chol Chol weiterhin unter Anwendung dieses Gesetzes angeklagt. Minderjährige Mapuche-Gefangene wie Cristian Cayupan Morales, Luís Marileo Cariqueo und Patricio Queipul wurden unter anderem wegen Brandstiftung, Diebstahl, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gefangen genommen und unter dem Anti-Terror-Gesetz angeklagt, das noch aus den Zeiten der Militärdiktatur (1973-1990) stammt.

Die Delegation der FIDH traf sich mit dem 15-jährigen Patricio Queipul. Der Minderjährige lebte mehr als ein Jahr im Untergrund und steht nun unter Hausarrest. Zuvor hatten sich bereits chilenische Menschenrechtsgruppen besorgt über Folter geäußert (siehe Anhang).

(arod/uchile)

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