25. Jul 2011 | Venezuela | Menschenrechte | Politik

Venezuela: Urteile wegen Raubes in Synagoge, kein politisches Motiv

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Caracas. In Venezuela wurden sechs Personen wegen des Einbruchs in die Synagoge Tiferet Israel in Caracas am 30. Januar 2009 zu Haftstrafen von zehn Jahren verurteilt. Zugleich schlossen die Richter einen politischen Hintergrund aus. Die Täter hatten das jüdische Gotteshaus bei dem Einbruch verwüstet und antisemitische Parolen an die Wände gesprüht, um von dem Raubmotiv abzulenken. Regierungskritische Medien in Venezuela, den USA und Europa hatten daraufhin die sozialistische Staatsführung von Präsident Hugo Chávez für den Überfall verantwortlich gemacht.

Den Urteilen zufolge waren an dem Raub drei Mitglieder der Hauptstadtpolizei beteiligt. Verurteilt wurden zudem drei Zivilisten, unter ihnen ein Wachmann, der den Einbrechern den Zugang zu der Synagoge gewährte. Nach dem Überfall hatten auch deutsche Medien unkritisch die Darstellung übernommen, nach der die Wachleute überwältigt wurden.

Während die nun Verurteilten geständig sind, laufen die Verfahren gegen fünf andere Beschuldigte weiter, von denen die Anklagen bestritten werden.

Der Überfall auf die Synagoge Tiferet Israel ereignete sich inmitten diplomatischer Spannungen zwischen Venezuela und Israel. Die sozialistische Regierung des südamerikanischen Landes hatte mehrfach die Nahostpolitik Israels kritisiert.

(hneu/minpub)

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