31. Jul 2011 | Mexiko | Menschenrechte | Politik | Soziales

Mexiko: Mehr Arme, mehr Morde

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Mexiko-Stadt. Die mexikanischen Behörden veröffentlichten dieser Tage zwei aufschlussreiche Statistiken: Die Mordstatistik von 2010 und einen Armutsvergleich zwischen den Jahren 2008 und 2010.

Mit 24.374 verzeichneten gewaltsamen Todesfällen im Jahre 2010 ist die Mordrate im Land stark angestiegen. Die Regierung schätzt, dass 15.273 der Morde im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg stehen. Im Schnitt wurden letztes Jahr 22 von 100.000 Mexikanerinnen und Mexikanern ermordet, das entspricht fast einer Verdreifachung im Vergleich zu 2007. Im Langzeitvergleich ist Mexiko auf ein Gewaltniveau von vor 50 Jahren zurückgeworfen worden. Im regionalen Kontext liegt Mexikos Mordrate zwischen derjenigen der USA (10:100.000) und Zentral- und Südamerikas (im Mittel rund 30:100.000).

Die Wirtschaftskrise hat zudem in Mexiko neue Armut hervorgebracht, ohne dass die Regierung diesem Trend erfolgreich entgegenwirken konnte. Insbesondere die Bundesstaaten Veracruz, Guanajuato, Chihuahua und Oaxaca verzeichneten in den letzten zwei Jahren hunderttausende neuer Armutsbetroffener. Inzwischen gelten 46,2 Prozent der 112 Millionen Mexikaner als arm, 3,2 Millionen mehr als 2008.

Eine Verbindung zwischen Armut und Gewalt aufzustellen, drängt sich auf. Im Falle von Chihuahua scheint die Zunahme der Morde im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg auf das Rekordniveau von 139:100.000 mit dem massiven Verlust von Arbeitsplätzen in dessen Fertigungsfabriken einherzugehen. Doch die Ursachen sind vielfältiger. So ist Chiapas, der ärmste Bundesstaat und wichtiger Transitpunkt im Drogenhandel, gleichzeitig der zweitsicherste, was Morde betrifft. Das benachbarte Oaxaca hingegen, drittärmster Bundesstaat, leidet nicht nur unter stagnierender Wirtschaft, sondern wird zunehmend von politisch motivierter Gewalt und Frauenmorden erschüttert.

(pger/inegi)

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