21. Jan 2012 | Honduras | USA | Militär | Politik

USA kapitulieren vor Gewalt in Honduras

DruckversionEinem Freund senden

Washington/Tegucigalpa. Die US-Regierung zieht zivile Mitglieder des sogenannten Friedenscorps aus Honduras ab. Hintergrund sind die massiven Gewaltprobleme in dem mittelamerikanischen Land. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AP, die die Entscheidung als "weiteren Rückschlag für das von einem Putsch gezeichnete Land" einschätzt.

Die 1961 unter Präsident John F. Kennedy gegründeten Friedensbrigaden (Peace Corps) haben in den USA den Status einer Behörde und sind dem Außenministerium angeschlossen. Vorgebliches Ziel ist es, Freiwillige weltweit zu zivilen Hilfsprojekten einzusetzen, um so zur Völkerverständigung beizutragen.

Die Peace-Corps-Mission in Honduras war mit 158 Mitgliedern eine der größten weltweit. Nach der Entscheidung zum Rückzug gaben weder die US-amerikanischen noch die honduranischen Behörden eine Erklärung ab.

Es ist das erste Mal seit den blutigen Bürgerkriegen im Mittelamerika der 1970er Jahre, dass das US-Friedenscorps seine Volontäre aus der Region abzieht. In Nicaragua waren damals die Tätigkeiten zwischen 1979 und 1991 eingestellt worden, in El Salvador zwischen 1980 und 1993.

Indes gab der De-facto-Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, die bevorstehende Entsendung von US-Militärexperten in sein Land bekannt. Laut einer Erklärung des US-Außenministeriums sollen sie zur "Stärkung bilateralen Kooperation bei der Sicherheit für die Bürger" eingesetzt werden.

Nach einem Bericht der UNO vom Oktober 2011 ist Honduras das Land mit der weltweit höchsten Mordrate. Mit offiziell 6.200 Morden haben im Erhebungszeitraum 82,1 von 10.000 Einwohnern gewaltsam ihr Leben verloren.

(hneu/state.gov)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Putsch + Gewalt + Porfirio Lobo

14. Mai | Honduras | Politik

Die Partei LIBRE und ihre Aufgaben

Eine Analyse der Genese der neuen Partei innerhalb der Widersprüche des heutigen Honduras'

Honduras durchläuft derzeit eine schwere sozio-politische und wirtschaftliche Krise, ausgelöst durch den Verschleiß der alten, liberal-konservativen Parteienlandschaft, mit ihren im Verlaufe der Ze … weiter >

Grünen-Abgeordnete fordern mehr Schutz für Aktivisten in Honduras

Berlin. Nach dem Mord am Oppositionellen und Menschenrechtsaktivisten Erick Martínez Ávila in Honduras haben zwei Abgeordnete der Grünen Konsequenzen von der De-facto-Regierung des mittelamerikanischen Landes gefordert. … weiter >

Weiterer Mord an Oppositionellen in Honduras

Erick Martínez Ávila bei der diesjährigen 1.-Mai-Demonstration in Teguc

Leiche von Martínez Ávila aufgefunden. Schwuler Aktivist setzte sich in Partei LIBRE für sexuelle Rechte ein. Proteste am 17. Mai geplant

Tegucigalpa. Erneut ist in Honduras ein Aktivist der Opposition einem Mord zum Opfer gefallen. Erick Martínez Ávila wurde am Morgen des 7. … weiter >