22. Jan 2012 | Honduras | Menschenrechte

Honduras: Bauernaktivist in Bajo Aguán getötet

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Tocoa, Honduras. In der honduranischen Region Bajo Aguán ist der Aktivist und Kleinbauer Matías Valle Cárdenas am Freitag Morgen (Ortszeit) ermordet worden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation FIAN International wurde er in der Nähe des Dorfes Quebrada de Arena im Landkreis Tocoa von Unbekannten umgebracht. Der 51-Jährige war einer der Gründer und führender Aktivist der Bauernorganisation MUCA. Er beteiligte sich im Auftrag der Organisation an mehreren Verhandlungen mit der De-facto-Regierung und dem Großgrundbesitzer Miguel Facussé.

Nachdem MUCA Anfang Oktober des vergangenen Jahres ein Abkommen mit Facussé und der De-facto-Regierung von Porfirio Lobo unterzeichnete, wurde der Landkonflikt zwischen MUCA und den Großgrundbesitzern der Region von offizieller Seite aus für gelöst erklärt. Lediglich die Ausarbeitung eines Vorschlags über die Zahlungen der Bauernorganisation für die Ländereien der Großgrundbesitzer fehle noch.

Der Anfang Januar von der Privatbank FICOHSA und dem Finanzministerium vorgebrachte Vorschlag wurde jedoch von den Kleinbauern abgelehnt, da dieser für MUCA die Aufnahme eines Kredites von über einer Milliarde Lempira (knapp 40 Millionen Euro) bedeuten würde und gegen die in den vorangegangenen Verhandlungen getroffenen Abmachungen verstoßen würde: "Hinter diesem Vorschlag steckt reines Gewinnstreben; er begünstigt nur die Banken, die an dieser Transaktion beteiligt sind."

Nach Angabe von Aktivisten sind nach der Ablehnung dieses Vorschlages die Drohungen und Übergriffe gegen organisierte Kleinbauern in der Region erneut angestiegen. So wurde am 16. Januar Florinda Rodríguez, Teilhaberin der Kooperative La Aurora die ebenfalls MUCA angehört, von unbekannten Personen entführt und misshandelt. Die bewaffneten Entführer forderten von Rodríguez Informationen über führende MUCA-Aktivisten.

Im Landkonflikt in der Region Bajo Aguán im Norden des Landes wurden damit mittlerweile 47 Bauern und Bäuerinnen innerhalb der inzwischen zweijährigen Amtszeit Lobos getötet. Der Mord an Matías Valle Cárdenas ist der erste seit etwa drei Monaten. Damals hatten die US-Regierung und die Interamerikanische Menschenrechtskommission die gewaltsame Konfliktlage in Bajo Aguán offiziell kritisiert.

(jsch/mheu/FIAN)

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