26. Jan 2012 | Chile | Deutschland | Menschenrechte

Staatsanwalt Krefeld lädt Sektenarzt Hartmut Hopp vor

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Krefeld/Santiago de Chile. Die Krefelder Staatsanwaltschaft hat nach Informationen der Tageszeitung Rheinische Post den Sektenarzt der früheren Colonia Dignidad, Hartmut Hopp, für Mitte Februar zur Vernehmung geladen.

Hopp, der sich vor wenigen Monaten aus Chile nach Deutschland abgesetzt hatte, wird Beihilfe zum Kindesmissbrauch sowie die Teilnahme an Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Es geht dabei unter anderem um die Ermordung von Widerstandskämpfern während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-1990). Die Tötungen hatten Ermittlungen zufolge in der "Colonia Dignidad" stattgefunden, die inzwischen in "Villa Baviera" umbenannt wurde.

Unterdessen sind in Chile führende Mitglieder der Colonia wegen der Verschleppung und mutmaßlicher Morde verurteilt worden. Am Montag hatte der Ermittlungsrichter Jorge Zepeda den ehemaligen Geheimdienstchef Manuel Contreras und den damaligen Leiter des geheimen Haft- und Folterzentrums der Geheimpolizei DINA, Carlos López Tapia, für die Verschleppung und mutmaßliche Ermordung von drei Menschen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Als Komplizen der Tat müssen zwei weitere DINA-Agenten sowie zwei führende Mitglieder der deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad, Gerhard Mücke und Karl van den Berg, jeweils fünf Jahre ins Gefängnis.

Am Dienstag hatte amerika21.de erstmals in der deutschsprachigen Presse über die Urteile berichtet. Weitere Medien wie die Westdeutsche Zeitung oder die in Berlin erscheinende "tageszeitung" griffen die Meldung daraufhin auf.

(hneu/rp)

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