27. Jan 2012 | EU | Spanien | Menschenrechte | Politik

EU-Abgeordneter lobt Arbeit für Menschenrechte in Lateinamerika

DruckversionEinem Freund senden

Brüssel. Der spanische Europaabgeordnete Willy Meyer hat nach einer Expertenanhörung die Erfolge des juristischen Schutzes der Menschenrechte in Lateinamerika gelobt. Zugleich beanstandete er die Politik Spaniens auf diesem Gebiet.

Nach einem Vortrag über die Menschenrechtsmechanismen in Lateinamerika hob der Parlamentarier der spanischen Partei Vereinigte Linke (Izquierda Unida) hervor, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit in ehemaligen Diktaturstaaten wie Argentinien oder Chile nicht verjähren. Entsprechende Vergehen im ehemals faschistischen Spanien, einem heutigen Mitgliedstaat der Europäischen Union, könnten hingegen nicht mehr geahndet werden. Dies belege der Fall des Untersuchungsrichters Baltasar Gazón.

Der Jurist muss sich derzeit gegen Klagen von postfaschistischen Gruppierungen wehren, nachdem er versucht hatte, Verbrechen der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975) vor Gericht zu bringen. Beobachter der Verfahren schließen nicht aus, dass Garzón wegen "Überschreitung seiner Kompetenzen" mit einem Berufsverbot belegt wird. Meyer verglich dieses Verfahren mit den zahlreichen Prozessen gegen Mörder und Folterer der Diktaturen in Südamerika. Europa, fügte der Abgeordnete an, habe auf diesem Gebiet noch viel von Lateinamerika zu lernen.

(ckli/willymeyer.es)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Diktatur + Justiz

Kolumbianische Justizreform stärkt Straflosigkeit

Leiche umgeben von Militärangehörigen

Santos stellt sich laut Menschenrechtsorganisationen gegen Opfer von Soldaten und Polizisten. Militärjustiz soll Verbrechen ahnden

Bogota. Der Justizreformvorschlag der Regierung Santos steht weiter in der Kritik. … weiter >

Steigender Druck die Vergangenheit aufzuarbeiten

Präsident Mauricio Funes hat mit seinem Auftritt anlässlich des 20. Jahrestags der Unterzeichnung der Friedensverträge die Diskussionen um die Bewertung der Kriegsvergangenheit El Salvadors neu lanciert

Der Ort der Rede von Mauricio Funes in der vergangenen Woche war gut gewählt: In El Mozote im östlichen Departement Morazán hatte eine Spezialeinheit der salvadorianischen Armee im Dezember 1981 üb … weiter >

Nach 30 Jahren: Ex-Diktator Rios Montt in Guatemala angeklagt

Grafitto gegen Rios Montt in Guatemala

Guatemala. Eine Anklage wegen Genozids und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den 1982 durch einen Militärputsch an die Macht gekommenenEx-Diktator Efraín Ríos Montt, wurde diesen Donnerstag von einem guatemaltekischen Gericht zugelassen. … weiter >