31. Jan 2012 | Bolivien | Politik | Soziale Bewegungen

TIPNIS-Marsch für die Straße erreicht La Paz

DruckversionEinem Freund senden

La Paz. Der indigene Marsch für die Straße durch das "Indigene Territorium Isiboro Secure" (TIPNIS) ist am Sitz der bolivianischen Regierung angekommen. Die Marschierer erreichten La Paz am Montag. 41 Tage zuvor waren sie in der Stadt Isinuta (Cochabamba) am Rande des TIPNIS aufgebrochen. Ihr Ziel ist es, das im vergangenen Jahr vom bolivianischen Parlament beschlossene Gesetz wieder zu Fall zu bringen. Dieses sieht vor, dass der Park unberührbar ist und die Straße nicht gebaut werden darf. Es war beschlossen worden, nachdem ein indigener Marsch aus dem TIPNIS gegen den Bau der Straße und insbesondere seine zwischenzeitliche gewaltsame Auflösung durch die Polizei für kontroverse Diskussionen gesorgt hatte.

Der jüngste Marsch wurde in La Paz von sozialen Organisationen begrüßt und zum Plaza Murillo, dem Sitz der Regierung, geleitet. Noch am Abend trafen die Marschierer mit Präsident Evo Morales zusammen. Arnaldo Yuco, Bürgermeister der Gemeinde Puerto Pancho im Süden des Parks, stellte klar, dass sie wegen des TIPNIS-Gesetzes nicht gehört worden seien. Die Marschierer von der Organisation Conisur erhoffen sich von der neuen Straße eine Verbesserung der Bildungs- und Gesundheitsversorgung, ihre Gegner von der Organisation der Tiefland-Indigenen CIDOB befürchten stärkeren Holzeinschlag und mehr Koka-Anbau und -Handel.

Präsident Morales empfing 37 offizielle Vertreter der Region sowie Repräsentanten von Conisur und stellte klar, dass er ihre Wünsche ernst nehme. Gleichzeitig kritisierte er die Anführer der CIDOB, diese würden nicht die Verhältnisse der Amazonas-Region im TIPNIS kennen, aus der die Marschierer stammen. 

(hbut/Cambio/ABI/ABI)

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Evo Morales + TIPNIS

Bolivianischer Gesundheitskonflikt kurz vor Lösung

La Paz. In Bolivien steht eine Lösung des Konflikts im Gesundheitssektor kurz bevor. Gesundheitsminister Martín Maturano ist optimistisch, dass sich sowohl mit dem seit fast zwei Monaten streikenden Krankenhauspersonal als auch mit dem Gewerkschaftsdachverband COB noch diese Woche eine Lösung finden lässt. … weiter >

6. Mai | Bolivien | Politik | Soziales

Bolivianische Regierung will Mindestlohn erhöhen

La Paz. Boliviens Wirtschaftsminister Luis Arce Catacora hat angekündigt, den gesetzlichen Mindestlohn um 20 Prozent auf knapp 1.000 Bolivianos (ca. 140 US-Dollar) zu erhöhen. Die Gehälter im Gesundheits- und Bildungssektor sollen um acht Prozent angehoben werden. … weiter >

Das TIPNIS-Problem

Boliviens Regierung und die sozialen Bewegungen müssen eine neue Form des progressiven Miteinanders finden, sonst scheitert die Neugründung

Seit dem August des vergangenen Jahres wird in Bolivien der Konflikt um den Bau einer Straße durch das Indigene Territorium Isiboro Secure (TIPNIS) offen ausgetragen. … weiter >