5. Feb 2012 | Mexiko | Menschenrechte

Erneutes Attentat gegen Menschenrechtsverteidigerin in Mexiko

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Mexiko-Stadt. Die Menschenrechtsverteidigerin Norma Esther Andrade ist in Mexiko-Stadt erneut Opfer eines Attentats geworden. Ein Unbekannter klopfte am Freitagmorgen (Ortszeit) an ihre Haustür, griff die Menschenrechtsaktivistin mit einem Messer an und fügte ihr eine Verletzung am Hals zu. Andrade ist Mitbegründerin und Vizepräsidentin der Menschenrechtsorganisation "Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren" (NHCR). Die Organisation kämpft in Ciudad Juárez gegen Frauenmorde. Die Aktivistin, die sich bei der Messerattacke heftig wehrte, ist in einem Krankenhaus in Behandlung. Laut Angaben der Sprecherin von NHCR ist sie bei Bewusstsein und kann sprechen.

Das erste Attentat gegen Norma Andrade ereignete sich am 2. Dezember in der Nähe ihres Hauses in Ciudad Juarez im Bundesstaat Chihuahua. Ein Unbekannter gab fünf Schüsse auf sie ab. Andrade überlebte die Agression mit schweren Verletzungen. Aus Sicherheitsgründen verließ sie daraufhin die Stadt und lebt seitdem in Mexiko-Stadt.

Die Nationale Kommission für Menschenrechte in Mexiko und Amnesty International fordern von den mexikanischen Behörden umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Attacken auf Andrade zu verhindern. Sowohl ihre Tochter als auch Mitglieder der Organisation seien vor Angriffen zu schützen. Luis González Placencia, der Präsident des Zentrums für Menschenrechte in Mexiko-Stadt, erinnerte daran, dass er schon im Dezember Schutzmaßnahmen für Andrade beantragt hatte, als sie nach Mexiko-Stadt übersiedelte.

Die NHCR spielte eine bedeutende Rolle, um den als "Campo Algodonero" bekannten Fall vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) zu bringen. 2001 wurde Alejandra Andrade, die Tochter von Norma Andrade, entführt. Sie wurde fünf Tage lang sexuell gefoltert und danach ermordet. Im Februar desselben Jahres wurde Lilia Alejandra García Andrade, die Mutter von Norma Andrade ermordet.

(msch/proceso/jornada)

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