12. Feb 2012 | Venezuela | Politik

Opposition in Venezuela wählt ihren Präsidentschaftskandidaten

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Caracas. Am heutigen Sonntag bestimmt die venezolanische Opposition in Vorwahlen ihre künftigen Kandidatinnen und Kandidaten für die anstehenden Präsidentschafts- und Regionalwahlen. Mit Spannung wird vor allem die Entscheidung darüber erwartet, wer am 7. Oktober als Einheitskandidat des Oppositionsbündnisses Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) gegen den amtierenden Präsidenten Hugo Chávez antreten wird. Daneben werden in den meisten Bundesstaaten und Munizipien auch die oppositionellen Kandidaten für Gouverneurs- und Bürgermeisterposten per Vorwahl festgelegt.

Für die Präsidentschaftskandidatur des MUD bewerben sich insgesamt fünf Personen. Als Favorit gilt laut Umfragen der Gouverneur des zentral gelegenen Küstenstaates Miranda, Henrique Capriles Radonski. Der Politiker der rechtsliberalen Partei Primero Justicia hatte sich im Wahlkampf politisch in die Nähe des brasilianischen Ex-Präsidenten Luís Inácio Lula da Silva gestellt. Der Rückzug von Leopoldo López, Ex-Bürgermeister des wohlhabenden Viertels Chacao im Osten der venezolanischen Hauptstadt Caracas, zugunsten Capriles, hat dessen Ausgangsposition zusätzlich verbessert.

Ebenfalls als chancenreich gilt Pablo Pérez, Gouverneur des westlichen Bundesstaates Zulia, der als Kandidat der rechts-sozialdemokratischen Partei Un Nuevo Tiempo antritt. Der rechten Parlamentsabgeordneten María Corina Machado und dem Mitte-Links-Kandidaten Pablo Medina werden laut Umfragen kaum Chancen auf einen Wahlsieg zugeschrieben. Als chancenlos gilt auch der Ex-Diplomat und ehemalige Bürgermeister von Caracas, Diego Arria. Er versuchte, sich als Kandidat rechts des MUD zu profilieren und verweigerte dem gemeinsamen Regierungsprogramm des Oppositionsbündnisses seine Unterschrift.

Wahlberechtigt sind knapp 17,9 Millionen Venezolaner innerhalb und außerhalb des Landes. Die Vorwahl wird logistisch vom Nationalen Wahlrat (CNE) durchgeführt, das Ergebnis vom MUD hingegen selbst bekannt gegeben. Insgesamt 103 internationale Beobachter überprüfen den Ablauf der Wahl. Da diese fast komplett automatisiert abläuft, wird bereits heute Nacht mit einem Resultat gerechnet. Am kommenden Dienstag will der MUD seine gemeinsame Kandidatur in einer öffentlichen Veranstaltung offiziell verkünden.

(tlam)

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