20. Feb 2012 | Brasilien | Menschenrechte | Politik

Nur eine Quilombo-Gemeinschaft erhält 2011 Landrechte in Brasilien

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Brasília. Im ersten Regierungsjahr der neuen brasilianischen Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff wurde nur einer Quilombo-Gemeinschaft – Abkömmlinge entflohener afrikanischer Sklaven – das Landrecht zugesprochen. Dies berichtet das Portal Amazônia Sustentável unter Berufung auf die in São Paulo ansässige Comissão Pró-Índio (CpIPS). Hintergrund ist deren Bericht zur Situation der Quilombo-Gemeinschaften in Brasilien im Jahre 2011, der von den Hilfswerken ICCO und Christian Aid unterstützt worden war

Demnach sei das Quilombo Colônia São Miguel im Bundesstaat Mato Grosso do Sul das einzige von den Quilombos ohne Landrecht, die ein solches im Jahr 2011 erhalten haben. Dabei sichert die Verfassung von 1988 den Quilombo-Gemeinschaften ein Landrecht zu.

Die Anzahl der Gemeinschaften von Quilombolas, die bereits vom Staat Landrecht zugesprochen bekommen haben, wird mit 110 (CpIPS) beziehungsweise 190 (zuständige Bundesbehörde Incra) angegeben. Dies entspräche – so die Incra-Daten – knapp 12.000 Familien, denen knapp eine Million Hektar Land zugesprochen wurde. Schätzungen zufolge gibt es in ganz Brasilien allerdings zwischen drei- und dreieinhalb tausend Quilombola-Gemeinschaften, deren größter Teil demnach noch auf die rechtliche Anerkennung ihres angestammten Landes warten.

Anfang November vergangenen Jahres hatten in der Hauptstadt Brasília rund 2.000 Quilombolas aus ganz Brasilien vor dem Nationalkongress für das Recht auf Land demonstriert, auf dem sie oftmals seit Generationen leben. Das andere Problem, gegen das sich ihr Protest richtete, ist die Gewalt, der sich die Quilombolas oft von Großgrundbesitzern ausgesetzt sehen, die mit ihnen um das Land konkurrieren. In diesen Konflikten werden von Seiten des Agrobusiness oft auch angeheuerte Pistoleiros eingesetzt.

(crus/PAmazS/CpISP/INCRA)

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