Widerstand gegen geplante US-Basis in der Dominikanischen Republik

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Santo Domingo. Soziale Bewegungen und progressive politische Organisationen der Dominikanischen Republik wollen einen möglichen US-Marinestützpunkt auf der Insel Saona verhindern. Die dominikanische Marine hatte zuvor die Einrichtung eines von den USA finanzierten Flottenstützpunktes in der im Südosten des Karibikstaates gelegenen Insel angekündigt. Konteradmiral Nicolás Cabrera Arias hatte bei der Vorstellung der Pläne erklärt, dass der Hafen und die Anlegebrücke auf der Insel zur Überwachung von "Drogenhändlern und illegalen Reisenden" dienen solle.

Das Bündnis aus Sozialen Bewegungen und linken Parteien fürchtet hingegen, dass es sich bei den angekündigten Plänen um eine versteckte Strategie zu Einrichtung einer Militärbasis unter Kontrolle der US-Marine handele. Dies sei ein Versuch, sich widerrechtlich Land anzueignen und damit eine "Verletzung der dominikanischen Souveränität in einem nie dagewesenen Ausmaß, die den Prozess der Besetzung und Plünderung des Landes durch die USA und ihre Konzerne vertieft". Weiter heißt es in dem Aufruf, dass der Stützpunkt mit anderen transnationalen Firmen zusammen arbeiten werde, wie "Barrick, Uni-gold, Falconbridge, Monsanto und andere, die sich das Volksvermögen aneignen" und dass die USA "die Übernahme der direkten militärischen Kontrolle anstreben".

Gegenüber der Tageszeitung El Nuevo Diario wies der dominikanische Minister für Wirtschaft, Planung und Entwicklung, Temístocles Montás die Vorwürfe zurück. "Diese Militärbasis wird von der dominikanischen Kriegsmarine betrieben", sagte Montás am Montag in Santo Domingo und verwehrte sich gegen den Vorwurf einer verdeckten Strategie zur Einrichtung einer US-Marine Basis.

Der Generalsekretär der Partei Alternativa Revolucionaria, Iván Rodríguez, erklärte unterdessen im Interview mit der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina, dass das Südkommando der US-Streitkräfte seit dem letzten Jahrhundert die Absicht verfolgt habe, einen Stützpunkt in der Dominikanischen Republik einzurichten, da dieses Land für die USA hinsichtlich der militärischen Kontrolle der Region und der Sicherung von Seewegen für den Welthandel eine wichtige geopolitische Stellung einnehme. Rodríguez erinnerte zudem daran, dass es schon vorher Pläne der USA für einen Militärstützpunkt in Barahona an der Südwestküste des Landes gab. Damals musste das Vorhaben wegen Protesten der Bevölkerung verworfen werden.

Auch der Vorsitzende der Studentenvertretung der Universität Haina, Wender Mata, kündigte gegenüber dem Radio del Sur an, die sozialen Bewegungen des Landes würden "nicht ruhen, bis die Regierung den Plan aufgibt eine Militärbasis auf der Insel Saona der Dominikanischen Republik zu errichten". Mata machte zudem deutlich, dass es sich bei der Insel um ein sensibles Naturschutzgebiet handele, dass durch eine militärische Nutzung stark gefährdet sei.

Im Jahr 1965 hatten die USA 42.000 Marines in die Dominikanischen Republik gesandt, um eine Rückkehr des zuvor unter Mithilfe des CIA geputschten Präsidenten Juan Bosch zu verhindern. Bosch hatte sich für die Demokratisierung des Landes und soziale Reformen eingesetzt und war von der Bevölkerung durch  die April-Revolution zurück ins Amt gebracht worden. In den folgenden Kämpfen mit US-Truppen verloren 5000 Dominikaner ihr Leben.

### aktualisiert am 23.2. um 0:50 ###

(ehau/Telesur/El Nuevo Diario)

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