Kassel. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben fünf Professoren der Universität Kassel die Einladung des deutsch-chilenischen Unternehmers Horst Paulmann als Festredner beim alljährlichen Grimm-Mahl durch den Lions Club Kassel verurteilt. „Allein die Tatsache, dass Horst Paulmann mit der Colonia Dignidad Handel trieb und dort verkehrte, macht die Einladung durch den Lions Club ethisch inakzeptabel“, so Prof. Helen Schwenken.
Paulmann gilt Vielen als Unterstüzter der Sektensiedlung Colonia Dignidad. Die chilenische Tageszeitung El Mostrador berichtete, dass seine Supermarktkette Jumbo ein Werbevideo der Sektensiedlung als Produktbeigabe verteilte. Seine Nähe zur Diktatur Pinochets hat Paulmann offen demonstriert. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte er am 07.03.2005 geäußert, "man müsste Pinochet ein Denkmal setzen, weil er den Chicago Boys freie Hand gelassen hat".
Der Multimilliardär hat während der Militärdiktatur das Unternehmensimperium Cencosud aufgebaut, zu dem vor allem Einzelhandelsketten wie der Supermarkt Jumbo gehören. Der Lions Club Kassel, zu dessen Vorstand auch der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel zählt, reagierte auf Kritik bisher abwehrend und verteidigte den Gast, über den man nichts Schlechtes finden könne.
(ksch/HNA/Radion Universidad de Chile)
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