28. Mär 2012 | Brasilien | Soziales

Brasiliens Regierung stellt neues Bildungsprogramm vor

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Brasilia. Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat am Montag ein Regierungsprogramm für ländliche Bildung vorgestellt. "Pronacampo" soll den Bauern und ihren Familien die Möglichkeit geben zur Schule zu gehen und einen Beruf zu erlernen, ohne dass sie ihre Heimat verlassen müssen. Während ihrer allwöchentlichen Radiosendung "Kaffee mit der Präsidentin" sagte Rousseff: "Pronacampo ist Teil unserer Bemühungen Möglichkeiten zu schaffen, damit vor allem die neuen Generationen studieren, sich entwickeln und das Land in eine große Nation verwandeln können."

Für das neue Projekt will die Regierung rund eine Milliarde Dollar aufwenden. Damit sollen bis 2014 30.000 Schulen in ländlichen Gebieten renoviert und weitere 3.000 neu konstruiert werden, darunter auch Internate für Schüler aus entlegenen Gebieten. Des Weiteren sollen Gelder in die Aus- und Weiterbildung von Lehrern und in spezielle Kurse für Jugendliche und Landarbeiter fließen. Brasiliens Bildungsminister Aloizio Mercadante sprach sich außerdem dafür aus, die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen in den ländlichen Gebieten stärker in die Bildungsarbeit einzubeziehen. In den Schulen müsse anderes didaktisches Material verwendet werden, mit Themen, die der Lebenswirklichkeit der Schüler entsprechen.

Heute gehen rund 6,5 Millionen Schüler auf Schulen in ländlichen Gemeinden. Oft leben sie zuhause unter Bedingungen akuter Armut und auch die Bildungseinrichtungen sind in schlechtem Zustand. Jeweils 15 Prozent haben keinen elektrischen Strom und keine Kanalisation sowie ein Zehntel kein Trinkwasser. Von den rund 30 Millionen Menschen, die in Brasilien auf dem Land leben, sind knapp ein Viertel der über 15-Jährigen Analphabeten und etwa die Hälfte haben die Grundschule nicht abgeschlossen. Das neue Programm soll dazu dienen, allen Brasilianern ähnliche Bildungschancen zu bieten.

(PL/R7)

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