18. Okt 2012 | Bolivien | Politik

Boliviens Chefdiplomat fordert Außenpolitik auf Augenhöhe

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La Paz/London. In einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC hat Boliviens Außenminister David Choquehuanca für die außenpolitische Agenda des Andenstaates geworben. Der erste indigene Außenminister Boliviens erklärte, sein Land wolle "mit allen Staaten der Welt in Frieden leben". Zentrale Forderungen Boliviens sind die Legalisierung des Koka-Blattes für traditionelle und medizinische Zwecke sowie ein souveräner Meereszugang zum Pazifik, so Choquehuanca.

Frieden mit anderen Ländern im Rahmen souveräner Selbstbestimmung der Völker, so der Außenminister, gelte auch für die USA. Präsident Evo Morales hatte Washington am "Tag der Entkolonisierung" vergangenen Freitag mit seiner Aussage irritiert, "Beziehungen mit der Botschaft der Vereinigten Staaten zu unterhalten ist wie Kacke am Schuh kleben zu haben". 

Trotz eines kürzlich erneuerten Rahmenabkommens zwischen Washington und La Paz seien Destabilisierungsversuche weiterhin US-Staatspolitik, hatte wenige Tage danach Präsidialamtschef Ramón Quintana gesagt. Quintana beklagte einen "permanenten Krieg" der USA gegen die Regierung von Präsident Morales und der Bewegung zum Sozialismus (MAS).

Die mehrtägige Europa-Reise führt Choquehuanca am Freitag auch nach Berlin, wo er neben Gesprächen mit hochrangigen Regierungsvertretern, darunter Außenminister Guido Westerwelle und Gesundheitsminister Daniel Bahr (beide FDP) am Abend im Ibero-Amerikanischen Insititut über das Konzept des Guten Lebens referiert. Am Freitag wird Boliviens Chefdiplomat mit Journalisten zu einer Pressekonferenz zusammenkommen.

(BBC/BotschaftBolivien/LaRazón)

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