17. Jan 2013 | Haiti | Soziales

Haiti: Bilanz nach drei Jahren "internationaler Aufbauhilfe"

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Port-au-Prince. Drei Jahre nach dem schweren Erbeben in Haiti leben immer noch mehr als 350.000 Menschen in Zeltlagern, die nur sehr notdürftigen Schutz bieten. Dies geht aus einer Untersuchung des Center for Economic and Policy Research (CEPR) hervor. Nach den mehr als 250.000 Toten und ebenso vielen Verletzten, die das Erdbeben vom 12. Januar 2010 gefordert hat, werden heute die Statistiken des Todes mit anderen vermeidbaren Ursachen gefüllt: Hunger, Gewalt, Cholera. Explodierende Nahrungsmittelpreise, vernichtete Ernten und eine nach wie vor zwei Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung betreffende Arbeitslosigkeit beenden frühzeitig hoffnungsvolle Leben.

Die Zahl der Cholera-Toten ist laut letztem Befund auf knapp 8.000 gestiegen. Die vom haitianischen Gesundheitsministerium registrierten Fälle von Cholera-Infizierten liegen für den Zeitraum 2010 - 2012 bei 635.980. In Wirklichkeit dürften es noch weitaus mehr sein. Die UNO hat es bis heute nicht für nötig befunden, sich für das von ihren Soldaten verursachte Massensterben zu entschuldigen beziehungsweise Entschädigung zu leisten.

Die Regierung von Präsident Michel Martelly bietet anderthalb Jahre nach Amtsantritt keine Gewähr für den Aufbau tragfähiger staatlicher Strukturen, die das Land aus eigener Kraft aus dem nur zum geringsten Teil selbstverschuldeten Elend herausführen könnten.

(Rebelión/tsur)

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