4. Jul 2010 | Ecuador | Kolumbien | Militär | Politik

Kolumbien überwachte Ecuadors Präsidenten

Amtierender Präsident Kolumbiens und dessen gewählter Nachfolger, Juan Manuel Santos, in Spionagefall verwickelt

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Bogotá/Quito. Der kolumbianische Geheimdienst DAS hat bereits im Jahr 2008 eine Abhörorganisation in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito aufgebaut. Ziel der Spionage waren Präsident Rafael Correa und zahlreiche ecuadorianische Politiker, Unternehmer, Militäroffiziere sowie Journalisten, enthüllte ein DAS-Agent, dessen Anonymität die ecuadorianische Zeitung El Universal wahrte.

Die Geheimdienstoperation "Salomón" hätte nach der illegalen Bombardierung eines FARC-Lagers in Ecuador durch die kolumbianische Armee angefangen und sei mit Geldmitteln der kolumbianischen Präsidentschaft finanziert worden. Laut einer Aussage des DAS-Agenten Carlos Orjuela gegenüber der kolumbianischen Staatsanwaltschaft im Jahr 2009,  seien vier Fortschrittsberichte von "Salomón" direkt an den scheidenden Präsidenten Uribe sowie seinen damaligen Verteidigungsminister und vor kurzem gewählten Nachfolger Santos ergangen. Die Abhörorganisation halte ihre Arbeit noch immer Aufrecht, erklärte die geschützte Quelle von El Universal.

Der DAS-Geheimdienst rekrutierte für "Salomón" Informanten in den ecuadorianischen Konsulaten Kolumbiens, ecuadorianische Journalisten und Polizeioffiziere, sagte der kolumbianische Agent John Jairo Rojas 2009 in einem Disziplinarverfahren aus. Die Bespitzelung der Journalisten sei mit Geldern von "Somos Andina" bezahlt worden, einer Spezialeinheit, die sich auch in Venezuela betätige, berichtete El Universal.

Es gäbe eine Einschüchterungskampagne des DAS gegen die Mitglieder, die jetzt mit der Justiz kooperieren wollen, sagte der anonyme DAS-Agent der ecuadorianischen Zeitung: "Sie schrecken nicht vor Mord zurück, um zu zeigen, was einem passieren kann, wenn man redet". Damit bezog er sich auf die zwei Kollegen, die Ende Oktober 2009 unter dubiosen Umständen ermordet wurden. Beide waren an der Operation "Salomón" beteiligt.

Inzwischen hat die ecuadorianische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffnet. Präsident Correa kündigte an, die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abzubrechen, falls die Bespitzelungen bewiesen werden. Der erste Abbruch folgte den Bombardierungen im Jahr 2008. Uribe wies inzwischen alle Beschuldigungen zurück.

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