29. Jul 2010 | Bolivien | Menschenrechte | Wirtschaft

Bolivien setzt Grundrecht auf Wasser durch

Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten stimmt für Resolution aus dem südamerikanischen Land. Debatte um Millenniumsziele angeheizt

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New York/La Paz. Eine deutliche Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten hat die Versorgung mit Trinkwasser als ein grundsätzliches Menschenrecht anerkannt. 122 Staaten stimmen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) für eine entsprechende Resolution der bolivianischen Regierung, deren Abstimmung schon vorab von 33 Ländern gutgeheißen wurde. Zwar votierte niemand gegen das Dokument, 41 Delegationen enthielten sich jedoch, unter ihnen die wichtigsten Industriestaaten wie die USA, Kanada, Großbritannien und Australien. Bei der Stimmabgabe waren 163 der 192 UNO-Länderabordnungen anwesend.

Auch wenn das Recht auf eine Versorgung mit sauberem Wasser nicht - wie mitunter fälschlich berichtet - in die Menschenrechtserklärung aufgenommen wurde, geht von der Resolution eine starke symbolische Wirkung aus.

Der Vertreter Boliviens vor der UNO, Pablo Solón, sprach von einem historischen Ergebnis. „Zum ersten Mal können wir die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in diesem Haus als grundsätzliches Recht der Menschen bezeichnen“, so der Diplomat gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE.

Die Weltorganisation selbst hatte das Problem im vergangenen Jahr thematisiert. In einem ausführlichen Bericht stellte die UNO fest, dass im Jahr 2015 47 Prozent der Weltbevölkerung in Dürregebieten leben könnte, bis 2030 könnten 700 Millionen Menschen von Wassermangel zu Flucht und Migration gezwungen werden.

Die Anerkennung des Menschenrechtes auf sauberes Wasser wird nun wohl auch die Debatte um die sogenannten Millenniumsziele anheizen. Dieser Aktionsplan war im Herbst 2000 von der UNO-Generalversammlung beschlossen worden und wird im September dieses Jahres bilanziert.

Das Thema einer umfassenden und allen zugänglichen Wasserversorgung hat eine große Bedeutung für Bolivien. Im Frühjahr 2000 war es in der Region Cochabamba zu massiven Protesten gekommen, als bekannt wurde, dass die damalige neoliberale Regierung die Trinkwasserversorgung privatisieren will.

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