Erneute Proteste gegen Lobo-Führung

Widerstandsfront mobilisiert gegen neoliberale Maßnahmen. FNRP-Sprecher: Informationsblockade eines der größten Probleme

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Tegucigalpa. Gruppierungen der Demokratiebewegung mobilisieren in Honduras am heutigen Mittwoch erneut zu Protesten gegen die De-facto-Regierung des rechtsgerichteten Unternehmers Porfirio Lobo. Nach Auskunft des unabhängigen Internetportals voselsoberano.com fordert die Nationale Front des Volkswiderstandes (FNRP) – das zentrale Bündnis der Demokratiebewegung – eine Anhebung des Mindestlohns. Zugleich protestiert die FNRP, der auch die Gewerkschaften angehören, gegen die Pläne der Lobo-Führung, die Währung des mittelamerikanischen Landes zu entwerten und Kurzarbeit einzuführen.

Honduras befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise, in die das Land in Folge des Militärputsches gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung Ende Juni 2009 geraten ist. Damals wurde der liberale Politiker Manuel Zelaya von der rechten Opposition und verbündeten Militärs gestürzt. Die aktuelle Lobo-Führung wurde unter der Diktatur inthronisiert und genießt keine Anerkennung von der Mehrheit der lateinamerikanischen karibischen Staaten.

Im Interview mit amerika21.de sprach nun FNRP-Sprecher Edgar Soriano Ortíz über dem Kampf der Demokratiebewegung. "In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir viel politische Aufbauarbeit in den Stadtteilen im ganzen Land geleistet", sagt der 30-jährige Historiker und Demokratieaktivist. Bis zum 15. September sei das Hauptziel der FNRP, 1,2 Millionen Unterschriften zu sammeln, um die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung zu erzwingen. Dieses Vorhaben – eine Reform der geltenden Verfassung, die aus den Zeiten der Diktatur in den 1980er Jahren stammt – hatte den Putsch gegen Zelaya provoziert.

Neben der politischen Bedrohung bezeichnet Soriano Ortíz die Informationsblockade als eines der Hauptprobleme. Nur in der Hauptstadt Tegucigalpa verfüge die FNRP über einen Radiosender. "Wir veröffentlichen unsere Texte und Aufrufe vor allem im Internet, organisierte Gruppen bringen in den Städten Graffitis an", sagte er. Derzeit versuche die Widerstandbewegung, eine Zeitung zu gründen: "Das ist aber recht schwer, weil sich das Land insgesamt in einer Wirtschaftskrise befindet."

Trotz der Schwierigkeiten halten die Aktivisten der Demokratiebewegung in Honduras auch Kontakt zu anderen sozialen Bewegungen der Region. Die heutige Demonstration zeigt sich solidarisch mit den Gewerkschaften in Panama. Dort war vor einem Monat ein Generalstreik gegen die Regierung des Unternehmers Ricardo Martinelli ausgerufen worden – einem Verbündeten der De-facto-Regierung in Honduras.

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