13. Aug 2010 | Kolumbien | Militär | Politik

Santos lehnt Dialog mit Guerilla ab

Neuer Präsident Kolumbiens strebt Verschärfung des Krieges an. Staatenbund UNASUR will sich für Frieden einsetzen

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Bogotá. Der neue Präsident von Kolumbien, Manuel Santos, will keinen Friedensdialog mit den Guerillaorganisationen des südamerikanischen Landes führen. Diese Option stehe "völlig außerhalb der Debatte", teilte zu Wochenbeginn sein Verteidigungsminister Rodrigo Rivera nach einem Treffen mit dem Präsidenten und der Führungsspitze des Militärs mit.

Die Unterredung erfolgte einen Tag, nachdem die oppositionelle Senatorin Piedad Córdoba von der Liberalen Partei bekundet hatte, in Kürze einen Friedensvorschlag vor der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) vorstellen zu wollen. Rivera bezeichnete die "unerlaubte, unkoordinierte und spontane Initiative" als "kontraproduktiv". Streitkräfte und Polizei hätten den klaren Befehl, ihre Einsätze gegen die Rebellen massiv zu verschärfen, so Rivera.

Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández und der venezolanische Außenminister Nicolás Maduro hatten die Friedensinitiative hingegen positiv aufgenommen, so Córdoba nach den Treffen mit den beiden Politikern am Wochenende. Der Vorschlag bezieht die Guerillaorganisationen FARC und ELN sowie die rechtsgerichteten Paramilitärs ein. 

Die Gruppierung "Kolumbianer für den Frieden", ein Zusammenschluss von Politikern und Akademikern, die den Entwurf lanciert hatte, will nun eine Delegation in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires entsenden, um das Vorhaben ausführlicher zu präsentieren, schrieb Córdoba im Bloggingsdienst Twitter. Sie teilte außerdem mit, dass der Generalsekretär der UNASUR, Néstor Kirchner, den Vorschlag beim nächsten Gipfeltreffen zur Debatte bringen wird.

Auch jüngste Friedensangebote von FARC und ELN sollen bei dem Treffen einbezogen werden. FARC-Anführer Alfonso Cano hatte dem neu gewählten Präsidenten Santos Ende Juli ein Gespräch über einen nicht bewaffneten Ausweg aus dem Konflikt angeboten. Die ELN-Guerilla erklärte letzte Woche die Bereitschaft, mit der venezolanischen Regierung und der UNASUR einen Dialog zu beginnen.

Am Mittwoch kam Piedad Córdoba in der kubanischen Hauptstadt Havanna mit Fidel Castro zusammen. Der ehemalige Staats- und Regierungschef hatte der Senatorin am Sonntag telefonisch bestätigt, dass Kuba die Friedensverhandlungen in Kolumbien vorbehaltlos unterstützt. Vertreter der "Kolumbianer für den Frieden" werden mit Castro am Sonntag das Thema weiter vertiefen.

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