7. Sep 2010 | Kolumbien | Menschenrechte

Indigene Völker vor der Auslöschung

UNHCR: Bedrohung unter der Regierung Uribe weiter gestiegen

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Bogotá. Ein Bericht des UNHCR warnt, dass mindestens 34 indigene Völker in Kolumbien aufgrund der anhaltenden Gewalt auf ihrem Land in ihrer Existenz bedroht sind. Darauf wies am gestrigen Montag die NGO Survival hin. Stephen Corry, Direktor der Organisation, erklärte: "Kolumbiens ehemaliger Präsident Uribe erhebt Anspruch auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Gewalt. Dieser Bericht hat jedoch erneut die katastrophale Bilanz des Landes bei Menschenrechtsverletzungen gegen seine indigene Bevölkerung belegt. Die neue Regierung von Juan Manuel Santos muss nun ein für alle mal handeln."

In dem Bericht des UNHCR heißt es: "Trotz neuer Bemühungen des kolumbianischen Staates … bleibt das Risiko des physischen oder kulturellen Verschwindens bestehen, in einigen Fällen ist es sogar gestiegen." Ein Anstieg an Morden, Todesdrohungen und die Zwangsrekrutierung indigener Jugendlicher in bewaffnete Gruppen sind Berichten zufolge lediglich einige der Gefahren für Kolumbiens Indigene. Außerdem komme es zu Vertreibungen innerhalb des Landes. Der Anteil der Indigenen an Kolumbiens vier Millionen Binnenflüchtlingen beträgt 15 Prozent, bei einem Bevölkerungsanteil von nur 2 Prozent.

Zwei Wochen vor Veröffentlichung des UN-Berichts wurde Luis Socarrás Pimienta, ein führender Vertreter der Wayúu, von einem mutmaßlichen Paramilitär vor seinem Haus in der nordkolumbianischen Provinz La Guajira erschossen. Nach Angaben des Berichts ist die Zahl der Morde an kolumbianischen Indigenen von 2008 auf 2009 um 63 Prozent angestiegen.

Allein 33 Mitglieder der Awa wurden 2009 ermordet. Den Awa habe "besondere Aufmerksamkeit" zu gelten, ebenso wie den Nukak , die zu den letzten nomadischen Völkern des Amazonas-Gebietes zählen, so der Bericht. Über die Hälfte der Nukak wurden ausgerottet, seit Koka-Pflanzer auf ihr Land vordrangen. Ein früherer UN-Bericht sprach von einem mutmaßlichen Programm "ethnischer Säuberung" in Kolumbien, um Platz zu schaffen für den Anbau illegaler Kulturen, oder um "Agro-Business im großen Stil einzuführen, darunter Palmöl-Plantagen und Rindfleisch-Produktion."

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