Bildungsproteste starten in Kolumbien

Landesweite Proteste gegen weitere Privatisierung des Bildungssystems. Hochschulstreik ab Ende September angekündigt

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Bogotá. Am vergangenen Mittwoch begannen auch in Kolumbien landesweite Proteste der Schüler und Studierenden für die Verbesserung des Bildungssystems. In der Hauptstadt Bogotá demonstrierten mehrere tausende Personen gegen eine geplante Reform des Bildungsgesetzes. Nach Plänen der Regierung von Präsident Santos sollen zukünftig private Investitionen eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Hochschulen einnehmen. "Die öffentlichen Universitäten sind weiterhin völlig unterfinanziert und dazu verurteilt, sich in einen Sektor der privaten Wirtschaft zu verwandeln", kritisierte Sergio Fernández, Sprecher der Organisation kolumbianischer Studierender.

Die Studierenden fordern eine bessere finanzielle Ausstattung durch den Staat und der Schutz der Hochschulautonomie. Die Proteste werden auch von den Verbänden der Lehrer und Hochschullehrer unterstützt, die sich an den Märschen beteiligen. Während der Demonstration kam der Verkehr in Kolumbiens Hauptstadt zu erliegen. In den fast allen großen Städten des Landes demonstrierten jeweils tausende Menschen. Dabei kam es in Tunja, Tolima und Ibagué zu größeren Zusammenstößen mit der Polizei. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich Studierende und Mitarbeiter aller 32 öffentlichen Universitäten Kolumbiens an den Protesten.

Als nächste Schritte kündigte die Organisation kolumbianischer Studierender einen landesweiten Hochschulstreik für Ende September an. Für den 12. Oktober sind weitere Märsche und Proteste geplant, so Sergio Fernández. "Das was gerade in Chile abläuft, ist ein Bezugspunkt für den Kampf sozialer Bewegungen. Zusätzlich zum Streik werden wir landesweite Befragungen an den Universitäten durchführen, um herauszufinden, ob die akademischen Gemeinde mit den Reformplänen der Regierung einverstanden ist."

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