13. Okt 2010 | Honduras | Politik | Soziale Bewegungen

"Die Constituyente steht auf der Agenda"

Der honduranische Politiker Carlos H. Reyes über das herrschende Regime von Porfirio Lobo, den Putsch und die Widerstandsbewegung

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Tegucigalpa. Die Widerstandsbewegung in Honduras hat in den vergangenen Monaten über 1,3 Millionen Unterschriften zusammengetragen, um die Forderung nach der Einrichtung einer Nationalen Verfassungsgebenden Versammlung zu unterstützen. In Honduras hat dieses Projekt bereits jetzt zu regen Debatten geführt. Angesichts des gesellschaftlichen Drucks versuchen die Urheber des Putsches, der Ende Juni 2009 Präsident Manuel Zelaya stürzte, dieses Vorhaben zu schwächen.

Laut Carlos H. Reyes, Mitglied des Exekutivkomitees der Nationalen Front des Volkswiderstands (FNRP), ist der von Regierungschef Lobo vorgeschlagene angebliche Dialog über die verfassunggebende Versammlung nicht mehr als ein Manöver, um das Projekt des Widerstandes zu delegitimieren. Auch versuche Lobo, es sich zunutze zu machen, um sich auf internationaler Ebene als Mann des Wandels zu präsentieren.


Die Unterschriftensammlung zur Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung durch die FNRP ist abgeschlossen. Welche Schritte werden nun folgen?

Mit dem Prozess, in dessen Verlauf über 1,3 Millionen Unterschriften gesammelt wurden, ist das Thema der Constituyente, der verfassunggebenden Versammlung, auf die nationale Agenda gesetzt worden. Es gibt verschiedene Positionen für und gegen dieses Projekt der Neugründung des Landes. Wir sind uns jedoch sicher, dass die Kreise der Putschisten bereits eine  Strategie entwerfen, um es zu torpedieren.

Porfirio Lobo hat immerhin aber zu einem Dialog über das Thema der verfassunggebenden Versammlung aufgerufen. Wie beurteilen Sie diesen Appell?

Die FNRP hat für den 19. Oktober zu einer Versammlung aufgerufen. Dort werden wir eine Entscheidung zur Position Lobos treffen. Wir werden mit einer Stimme sprechen. Persönlich denke ich, dass der Aufruf des De-facto-Regimes einige Fallen enthält.

Was für Fallen sind das?

Schon wenn die FNRP dieser Einladung folgen würde, wäre das ein politischer Erfolg für die De-facto-Regierung. Sie würde erreichen, mit der Konsolidierung des Putsches voran zu kommen und das wäre weiterer Schritt in Richtung der Rückkehr von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten. Außerdem haben sie die Widerstandsfront eingeladen, aber sie haben zugleich ihren nationalen Koordinator, Ex-Präsident Manuel Zelaya, ausgeschlossen. Sie haben unzählige Organisationen eingeladen, die dem Lager der Putschisten angehören. Das Ziel ist, dass wir in die Minderheit geraten. Wir können nicht akzeptieren, dass dieser vermeintliche Dialog eine Wiederholung der unheilvollen Erfahrung des "Plan Arias" und des "Dialogs von Guaymuras" wird. Ein Dialog in schlechter Absicht, manipuliert von den Putschisten, die vorhaben, die Agenda zu bestimmen, die Regeln, den Zeitpunkt und den Ort. Das ist eher ein Monolog.

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