26. Nov 2010 | Venezuela | Politik

Landarbeiter gegen "Bürokratie und Imperialismus"

Nationale Bauernfront in Venezuela geht gegen äußere Einmischung auf die Straße. Kritik an Bürokratie, Ineffizienz und Korruption im Innern

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Caracas. In der venezolanischen Hauptstadt Caracas demonstrierten am gestrigen Donnerstag tausende Landarbeiter gegen die äußere Einmischung in Venezuela. Die Mitglieder der Bauernfront Ezequiel Zamora (FNCEZ) und ihres städtischen Ablegers, der Kommunalen Front Simón Bolivar, reagierten damit unter anderem auf ein Treffen rechter Oppositioneller aus Lateinamerika in den USA. Dort hatten sich vergangene Woche unter der Schirmherrschaft des Kongresses US-amerikanische Parlamentarier mit bekannten Gegnern der linksgerichteten Regierungen Lateinamerikas getroffen, um über "Gefahren für die Demokratie" zu beraten.

Die größte Bauernorganisation Venezuelas wertete das Treffen - ähnlich wie die Regierung von Präsident Hugo Chávez - als einen Angriff auf die politischen Prozesse vor allem der Länder der Bolivarischen Alternative für Amerika (ALBA).

Der neu gewählte Abgeordnete der Nationalversammlung und Sprecher der FNCEZ, Orlando Zambrano, kritisierte neben der Einmischung von außen aber auch innere Probleme des "bolivarischen Prozesses" in Venezuela. Innerhalb des Staatsapparates machte er Bürokratie, Korruption und Ineffizienz als die größten Hindernisse für einen wirklichen gesellschaftlichen Wandel aus.

Damit nahm er Bezug auf ein Dokument, das am Ende der Demonstration an die Abgeordneten der Nationalversammlung überreicht wurde. Darin fordern die linken Organisationen eine "demokratische Radikalisierung der Revolution" und warnen vor einer "doppelten Bedrohung". Einerseits stelle das "Imperium" die größte Gefahr für den Aufbau des Sozialismus dar, da es sich verschiedenster Techniken bediene und auf die einheimische Opposition stütze.

Andererseits aber drohe ein "bürokratischer Verfall", warnt der Text. Diese Tendenzen hätten schon in anderen Ländern politische Veränderungsprozesse ins Stocken gebracht. Angesichts solcher Entwicklungen dürfe man nicht "die Hände in den Schoß legen".

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