28. Jan 2011 | Brasilien | Menschenrechte

Elf Kinder und Jugendliche aus Sklavenarbeit befreit

Brasilianische Behörden befreien Tabakarbeiter aus sklavereiähnlichen Zuständen. Ohne Schutzkleidung Pestiziden ausgesetzt

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Brasilia. Die brasilianischen Behörden haben Mitte Januar im Süden Brasiliens elf Kinder und Jugendliche aus Sklavenarbeit befreit. Die Kinder im Alter zwischen zwölf und sechzehn Jahren lebten und arbeiteten laut Informationen der Bundesstaatsanwaltschaft für Arbeitsrechtsfragen (MPT) auf einer Tabakfarm in der Gemeinde Rio Negrinho im Bundesstaat Santa Catarina. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Radioagência NP.

Dem Bericht nach wurden während der Befreiungsaktion auch zwölf Erwachsene aus der sklavenähnlichen Arbeitssituation befreit. Die Sklavenarbeiter hätten keine Arbeitspapiere bekommen, erhielten keine bezahlte Wochenendpause und es wurden auch sonst keinerlei arbeitsrechtliche Bestimmungen eingehalten, so die Staatsanwaltschaft. Die Unterkünfte wiesen ungenügende Sanitäreinrichtungen auf und die den Sklavenarbeitern zur Verfügung gestellten Lebensmittel wurden unmittelbar zusammen mit giftigen Pflanzenschutzmitteln aufbewahrt.

Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wurden jeden Morgen um sechs Uhr auf einem an einen Traktor angehängten Karren zu den Feldern transportiert, wo sie die Tabakernte vornehmen mussten und dabei ohne angemessene Schutzkleidung den Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt waren. Gegen acht Uhr Abends wurden sie zu ihrer Behausung zurückgebracht.

Das brasilianische Gesetz verbietet die Arbeit von Kindern bei der Tabakernte bis zu dem Alter von 18 Jahren, da laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) die Tabakernte bei den Feldarbeitern Krebs und andere Krankheiten auslösen kann.

Gegen den Farmbesitzer waren bereits vor zwei Jahren wegen der gleichen Straftat Ermittlungen aufgenommen worden. Diese Mal wurde er zu einer Zahlung von 60.000 Reais (umgerechnet 26.274 Euro) verpflichtet. Jeder der befreiten Sklavenarbeiter erhält 1.000 Reais (umgerechnet 438 Euro) als Schmerzensgeld. Laut der brasilianischen Landpastorale Comissão Pastoral da Terra (CPT) werden in Brasilien schätzungsweise 25.000 Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen gehalten.

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