21. Mär 2011 | Brasilien | USA | Politik | Soziale Bewegungen

Obama provoziert Proteste in Rio de Janeiro

US-Präsident nimmt zu Angriff auf Libyen Stellung. Spekulationen über US-Interesse an Erdöl vor der Küste des südamerikanischen Landes

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Rio de Janeiro. US-Präsident Barack Obama hat am Wochenende Brasilien einen Staatsbesuch abgestattet. Nachdem er am Samstag mit Präsidentin Dilma Rousseff in Brasília zusammengetroffen war, war er am Sonntag in der ehemaligen Hauptstadt Brasiliens, Rio de Janeiro, zu Gast. Vor dem Hintergrund der Luftangriffe westlicher Staaten gegen Libyen hielt er im Stadttheater vor 2.200 ausgewählten Gästen eine Rede, in der er das Prinzip der nationalen  Souveränität verteidigte. "Keine Nation kann einer anderen Nation etwas vorschreiben", so Obama laut der Agentur Agência Brasil.

Während der US-Präsident am Vormittag kurz die durch den Spielfilm "City of God" berühmt gewordenen Favela Cidade de Deus besuchte und dort mit Kindern einige Minuten Fussball spielte, demonstrierten im Zentrum der Stadt mehrere hundert Menschen gegen seine Anwesenheit. Die Protestteilnehmer wandten sich gegen die, wie sie sagten, "Fortsetzung imperialistischer Politik". Obama war von sozialen Bewegungen Brasiliens zuvor zur "Persona non grata" erklärt worden.

Die Proteste richteten sich auch gegen die zwischen den USA und Brasilien geschlossenen Verträge, die die Exploration der vor der brasilianischen Küste gefundenen Ölvorkommen betreffen. Des Weiteren kritisierten die Demonstranten die US-amerikanische Einmischung in Libyen. Auch die Militärbasen Washingtons in Lateinamerika und die Reaktivierung der IV. Flotte der USA in Gewässern vor Lateinamerika standen im Visier der Obama-Kritiker. Die Demonstranten forderten zudem die Freilassung der dreizehn am Freitag Abend bei einer Anti-Obama-Demonstration verhafteten Personen.

Ursprünglich wollten die Demonstranten die Abschlusskundgebung auf dem geschichtsträchtigen Cinelândia-Platz im Zentrum von Rio de Janeiro abhalten. Sie wurden jedoch durch ein großes Polizeiaufgebot daran gehindert. Einer der Koordinatoren des Demonstrationskomitees, Miguel Malheiros, erläuterte gegenüber Agência Brasil, dass die Demonstration "angesichts dieses großen Repressionsapparates" vorzeitig abgebrochen werde.

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