23. Mär 2011 | Peru | Politik

Peru "mindestens hundert Jahre" ohne Atomstrom

Peruanischer Präsident Alan García erteilt Atomkraft klare Absage. Ausbau der Wasserkraft könnte Proteste auf den Plan rufen

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Lima. In Folge der Atomkatastrophe in Japan hat sich der peruanische Präsident Alan García deutlich gegen die Nutzung von Atomenergie in seinem Land ausgesprochen. Aufgrund der vorhandenen Ressourcen Wasser, Gas und Öl könne Peru "für Hundert Jahre oder mehr frei von dieser Bedrohung" bleiben, sagte García. Dies gelte umso mehr, weil Peru ein erdbebengefährdetes Land sei.

In Absprache mit seinen Ministern will der Präsident ein Gesetz vorschlagen, das Peru zum "Territorium frei von Atomenergie" erklären soll. Die Kandidatinnen und Kandidaten der Präsidentschaftswahlen, die am 10. April stattfinden werden, rief er dazu auf, sich in der Atomfrage ebenfalls zu positionieren.

Bereits vor der Atomkatastrophe hatte Peru darauf gesetzt, vor allem durch die Errichtung neuer Wasserkraftwerke zu einem der führenden Energieproduzenten in Südamerika aufzusteigen. Geplante Überschüsse sollen an Brasilien und Chile exportiert werden. Da diese Pläne gewaltige Infrastrukturprojekte wie etwa den Bau von Staudämmen im Bereich des Amazonas voraussetzen, ist mit Protesten zu rechnen. Menschenrechts- und Umweltgruppen werfen der Regierung vor, derartige Projekte ohne Einbeziehung der betroffenen Anwohner durchzuführen. García bekräftigte derweil die Zukunftsfähigkeit der aus Wasserkraft gewonnenen Energie. Es handele sich um "die sauberste, nicht umweltschädliche, blaue Energie, die niemanden in Gefahr bringt".

Der japanischen Bevölkerung sprach der peruanische Präsident erneut seine Anteilnahme aus. Als Zeichen der Solidarität erklärte die Regierung den vergangenen Freitag offiziell zum Tag der nationalen Trauer. Peru ist durch Migrationsbewegungen seit über 100 Jahren eng mit Japan verbunden. Mit mehr als 50.000 Personen ist es nach Brasilien das Land mit der größten japanischen Community in Südamerika.

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