19. Apr 2011 | Kolumbien | USA | Venezuela | Politik

Kolumbien beschließt Auslieferung von Drogenboss

Kolumbianische Regierung liefert Drogenhändler Walid Makled an Venezuela aus. Obama zeigt Verständnis und erntet Kritik

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Bogotá. Die kolumbianische Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos hat eine Resolution über die Auslieferung von Walid Makled an Venezuela verabschiedet. Das gab der kolumbianische Innen- und Justizminister Germán Vargas Lleras bei einer Pressekonferenz in Bogotá am Mittwoch vergangener  Woche offiziell bekannt. Bereits am 25. März hatte der Oberste Gerichtshof Kolumbiens einer Auslieferung des in Venezuela wegen Drogenhandels und Mordes gesuchten Makled zugestimmt.

Der venezolanische Staatsbürger Walid Makled war im August 2010 von kolumbianischen Sicherheitsbehörden in Grenzstadt Cúcuta festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die venezolanischen Regierung hatte für den international gesuchten Drogenboss daraufhin einen Auslieferungsantrag gestellt. In Venezuela werden Makled Drogenhandel, Geldwäsche und die Verwicklung in Auftragsmorde vorgeworfen. Unter anderem soll Makled 2008 die Ermordung von zwei Journalisten angeordnet haben. Nach Äußerungen Makleds hinsichtlich einer angeblichen Verstrickung venezolanischer Regierungsmitglieder in seine Drogengeschäfte hatten auch die USA im Oktober vergangenen Jahres einen Auslieferungsantrag an die kolumbianische Regierung gestellt. Offiziell wird Makled in den USA die Einfuhr von 5.000 Kilogramm Kokain im Jahr 2006 vorgeworfen.

Beide Länder hatten sich daraufhin in den letzten Monaten bei Regierungstreffen intensiv um eine Auslieferung bemüht. Im November 2010 hatte Santos bei einem Treffen mit Amtskollegen Chávez der Regierung Venezuelas seine Zusage gegeben. Die endgültige Entscheidung Makled nicht an die USA auszuliefern, sei nach Aussagen des kolumbianischen Innen- und Justizministers Vargas Lleras, in erster Linie damit begründet, dass der venezolanische Auslieferungsantrag zuerst eingegangen sei. Ex-Präsident Alvaro Uribé, der sich vor seiner Amtsübergabe an Juan Manuel Santos im August 2010 noch für eine Auslieferung Makleds an die USA stark gemacht hatte, habe sich nach Meinung Vargas Lleras "geirrt".

In einem Interview mit dem staatlichen US-amerikanischen Auslandssender "Voice of America" bekräftigte Uribe zuletzt am 6. April seine Position, nach der bereits die Festnahme Makleds durch die Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Drogenbehörde (DEA) einen Anspruch der USA auf Auslieferung rechtfertige.

US-Präsident Barack Obama hatte bei einem Treffen mit Uribes Nachfolger Juan Manuel Santos am 7. April in Washington Verständnis für die Entscheidung der kolumbianischen Regierung gezeigt. Santos erklärte daraufhin bei einer Pressekonferenz, dass die USA Makled bei dessen Festnahme zunächst wenig Bedeutung beigemessen hätten und dessen Wichtigkeit erst danach gestiegen sei. Obama war daraufhin in den USA scharf kritisiert worden. Die Washington Post bezeichnete die Auslieferung an Venezuela als "schmutzigen Pakt" der kolumbianischen Regierung mit Hugo Chávez. Obama hätte nicht genügend "Magen" gezeigt, um zusammen mit dem "lebenslangen Freund der Vereinigten Staaten" Chávez unter Druck zu setzen.

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