27. Jun 2011 | Uruguay | Umwelt | Wirtschaft

Eisenvorkommen in Uruguay sorgen für Zündstoff

Mujica schlägt Volksbefragung zur Beilegung des Konflikts um Eisenerztagebau vor. Proteste wegen enormer Risiken für Mensch und Natur

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Montevideo. Der uruguayische Präsident José Mujica hat am vergangenen Montag am Rande eines Festaktes zu Ehren des Nationalhelden José Artigas eine Volksbefragung zur Lösung des Aratiri-Konflikts vorgeschlagen. Der Konflikt basiert auf den Plänen des Bergbauunternehmens Aratiri, einen Eisenerztagebau im zentral gelegenen Department von Treinta y Tres in Uruguay zu errichten. Nach Angaben des Tochterunternehmens der Minenbaugesellschaft Zamin Ferrous, würde neben dem 120.000 Hektar großen Areal auch die 250 Kilometer entfernte Atlantikküste in Mitleidenschaft gezogen. Dort soll zur Verschiffung der Erze ein Hafen entstehen.

Die von Mujica angestrebte Volksbefragung wäre aber nur konsultativ, also politisch nicht bindend. Zudem müsste die Möglichkeit einer Volksbefragung erst noch gesetzlich geschaffen werden. Der Präsident will damit auf die anhaltenden Proteste aus der Bevölkerung reagieren. Umweltverbände machen seit Bekanntwerden des Vorhabens auf die enormen Risiken für Natur und Mensch aufmerksam, so auch auf einer Demonstration durch die Innenstadt Montevideos am vergangenen Mittwoch. "Niemand möchte das. Es geht darum, ein riesiges Loch inmitten des Landes zu reißen, das auch noch da sein wird, wenn die Firma wieder geht", erklärte Valeria Kusminski, Sprecherin der Umweltverbandes Uruguay Consciente (Bewusstes Uruguay) gegenüber der Nachrichtenagentur La Radio del Sur.

Die Opposition bestellte die zuständigen Ministerien bereits zu einer parlamentarischen Anhörung, die voraussichtlich im Juli stattfinden wird. Edgardo Ortuño, Interimsminister für Industrie, sagte diesbezüglich gegenüber der Zeitung La República: "Viele der Informationen, die die Opposition von uns fordert, hat die Regierung selbst noch nicht." Der multinationale Konzern habe seine Studien noch nicht abgeschlossen, so dass zum aktuellen Zeitpunkt entscheidende Fragen, die auch seitens der Regierung aufkämen, unbeantwortet blieben.

Ausgerechnet oppositionelle Abgeordnete der konservativen Partido Nacional brachten außerdem die Möglichkeit einer staatlichen Erzförderung in die Diskussion ein, welche nun auch in Regierungskreisen diskutiert werden. Die mögliche Investition wird auf zwei Milliarden geschätzt und wäre damit die größte in der Geschichte des südamerikanischen Landes, das bisher als rohstoffarm galt.

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