3. Jul 2011 | Ecuador | Kolumbien | Peru | Politik

Peru: Humala besucht Ecuador und Kolumbien

Treffen mit Correa und Santos. Geplante Reise nach Venezuela konnte wegen Chávez' Krebserkrankung nicht stattfinden

DruckversionEinem Freund senden

Lima. Der künftige Präsident Perus, Ollanta Humala, setzte seine ausgiebige Südamerikareise diese Woche mit Besuchen in Ecuador und Kolumbien fort. Am Dienstag kam Humala in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito zunächst mit Ecuadors Präsidenten Rafael Correa zusammen. Bei dem Treffen ging es laut Medienberichten vor allem um historische Grenzkonflikte und Medienpolitik. Die beiden Staatschefs bekräftigten die bestehende Position, wonach es zwischen beiden Ländern keine Infragestellung der Außengrenzen mehr gibt. Erst 1998 wurden historische Grenzkonflikte zwischen Ecuador und Peru in einem Friedensabkommen beigelegt.

Gegenüber den Medien übten die beiden Präsidenten jeweils Kritik. Correa wünschte seinem peruanischen Amtskollegen "viel Geduld". Die Medien glaubten, man könne in der Öffentlichkeit stehende Personen "beleidigen, abschätzig behandeln und verleumden", als müssten diese ihre "Würde abgeben", so Correa. Humala entgegnete, dass er und sein Team trotz der fortwährenden Anfeindungen gegen seine Person im Wahlkampf, "gezeigt haben, dass heutzutage nicht die Medien den Präsidenten stellen". Meinungsfreiheit müsse für alle gelten, "nicht nur für Einige, nicht nur für eine Elite", so Humala weiter. Anschließend kam der designierte peruanische Präsident mit der Generalsekratärin der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), der Kolumbianierin María Emma Mejía, zusammen.

Am Mittwoch traf Humala in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá den Präsidenten Kolumbiens, Manuel Santos, mit er sich über wirtschaftliche und sicherheitspolitische Themen austauschte. Humala betonte, die bilateralen Beziehungen mit Kolumbien konsolidieren zu wollen. Unter anderem sprachen die beiden Staatschefs über den Schutz des Amazonas, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Bekämpfung des Drogenhandels. "Ich glaube wir haben wie zwei Brüder mit offener Agenda gesprochen", sagte Humala.  Ideologisch stand sein Vorgänger Alan García der kolumbianischen Regierung allerdings wesentlich näher. Ursprünglich wollte Humala im Anschluss den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez in Caracas treffen. Aufgrund der Entfernung eines bösartigen Tumors hält dieser sich jedoch nach wie vor in Kuba auf.

In den vergangenen Wochen hatte Humala bereits Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien und Chile besucht. Am 28. Juli wird er das Präsidentenamt von Alan García übernehmen. Humala hatte bereits angekündigt, sich mehr als sein Vorgänger für die lateinamerikanische Integration einzusetzen.

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Rafael Correa + Ollanta Humala + Juan Manuel Santos

19. Mai | Peru | Menschenrechte | Politik

Soziale Kämpfe: Kritik an Perus Konfliktmanagement

Links David Lovatón, rechts Ernesto de la Jara

Menschenrechtler gegenüber amerika21.de: Präsident Ollanta Humala zeigt bisher eine überwiegend repressive Haltung gegen soziale Organisationen

Köln. Menschenrechtsaktivisten in Peru drängen auf mehr internationalen Druck, damit die Staatsführung von Präsident Ollanta Humala ihre Haltung gegenüber regierungsunabhängigen Ak … weiter >

18. Mai | EU | Kolumbien | Politik

EU-Parlament untersucht Spionage-Angriff Kolumbiens

Europaabgeordneter Jürgen Klute

Brüssel. Die Unterkommission für Menschenrechte des Europäischen Parlaments hat sich in einer Anhörung mit dem Spionage-Angriff des ehemaligen kolumbianischen Geheimdienstes DAS befasst. Nach Auskunft der Linksfraktion GUE/NGL stand die Kommission auf einer Liste von Personen und Organisationen, die durch gezielte Beeinflussung der Öffentlichkeit diskreditiert werden sollten. … weiter >

Streit um Militärgerichtsbarkeit in Kolumbien

Kolumbiens Armee

Schicksal der Justizreform nach wie vor unklar. Militärs sollen sich selbst überwachen – trotz massiver Verbrechen

Bogotá. Die Zukunft der Justizreform in Kolumbien ist wegen umstrittener Sonderrechte für das Militär weiter unklar. … weiter >