28. Dez 2011 | Bolivien | Politik | Soziale Bewegungen

Indigene marschieren für Straßenbau in Bolivien

Protestierende wollen Veränderung des TIPNIS-Gesetzes erreichen. Entwicklung und bessere Versorgung stehen im Mittelpunkt

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Cochabamba. In Bolivien hat ein indigener Marsch für den Bau der umstrittenen Nationalstraße durch das "Indigene Territorium Isiboro Secure" (TIPNIS) begonnen. Kurz vor Weihnachten kamen 500 Aktivisten in der Stadt Isinuta im Departement Beni zusammen. An diesem Donnerstag wollen die Bewohner des TIPNIS-Parks Cochabamba erreichen und von dort soll es weiter zum Regierungssitz La Paz gehen. Die Protestteilnehmer wollen erreichen, dass das im Oktober beschlossene Gesetz zum Schutz des TIPNIS-Parks revidiert wird. Es war nach einem Protestmarsch von anderen indigenen Bewohnern der Region vom bolivianischen Parlament beschlossen worden. Dieser Marsch hatte kontroverse Diskussion ausgelöst und war zwischenzeitlich von der Polizei gewaltsam aufgelöst worden.

Der Führer der Gemeinschaft der Indigenen des Südens (Conisur), Gumercindo Pradel, sagte als Sprecher der Protestierenden, dass Bewohner von mehr als 20 Dörfern den Bau der Straße unterstützen. Sie wollten nach La Paz marschieren, um mit der Regierung über ihr Anliegen zu sprechen. Ihnen geht es laut eigener Aussage um die Entwicklung ihrer lokalen Gemeinschaften und den Zugang zu Infrastruktur wie Gesundheitsversorgung und Bildung. Unterstützung bekommen sie von regionalen Politikern wie Beatriz Zegarra, der Vorsitzenden des Provinzparlaments der Region Cercado. Sie befürworte das Anliegen der Protestierenden und werde ihnen helfen, La Paz zu erreichten. Andere Politiker warnten indes vor den möglichen Schäden im Nationalpark durch den Bau der Straße.

Die Bewohner des TIPNIS-Parks hatten sich mit ihrem Marsch gegen den Bau der Straße gewandt, der als Nationalpark geschützt ist. Sie sehen durch das Projekt ihre Existenz gefährdet. Auf der anderen Seite unterstützen neben anderen Bewohnern des Parks insbesondere Kokabauern aus dem Departement Cochabamba den Straßenbau, der die Region mit dem benachbarten Beni verbinden soll. Ziel des Projekts ist auch die bessere Anbindung der verstreut liegenden Gemeinden des Nationalparks sowie deren bessere Versorgung. Im Gegenzug befürchten viele Bewohner die Zunahme von illegalem Holzschlag und Drogenschmuggel.

Durch die Proteste sind die verschiedenen Interessen der indigenen sozialen Bewegungen Boliviens offen zutage getreten. Insbesondere die Organisationen der Hochland- und der Tieflandindigenen haben den Protestmarsch unterstützt, während die Kokabauern und die Landarbeiterorganisationen die Regierung von Evo Morales zunächst in der Verteidigung des Projektes unterstützt hatten.

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