11. Feb 2012 | Bolivien | Politik | Soziales

UNO lobt Boliviens Armutsbekämpfung

In den letzten Jahren haben 1,4 Millionen Menschen in dem Andenstaat die Armut hinter sich gelassen. Rückgang gegen den Trend in Lateinamerika

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La Paz. Seit dem Regierungsantritt der Bewegung zum Sozialismus (MAS) im Frühjahr 2006 gibt es in Bolivien immer weniger Armut. Dies geht aus einem diese Woche in La Paz vorgestellten Zwischenbericht zur menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (UNO) hervor. "Die letzten Jahre waren eine sehr wichtige Zeit für die Verbesserung der Lebensbedingungen der bolivianischen Bevölkerung", konstatiert das Experten-Papier Fortschritte in der Armutsbekämpfung.

Für den Berichtzeitraum von 2005 bis 2009 liegen erstmals belastbare Daten vor. Demzufolge ist die Zahl von in extremer Armut lebenden Menschen von 38,2 Prozent (3,6 Millionen) der 10-Millionen-Gesamtbevölkerung auf 26,1 Prozent (2,7 Millionen) gesenkt worden. Die Zahl moderater Armut ging von 5,7 Millionen auf 5,2 Millionen zurück. Damit haben insgesamt 1,4 Millionen Menschen die Armutsgrenze hinter sich gelassen. "Das ist der größte Rückgang den Bolivien in den letzten 50 Jahren erlebt hat", stellte Vizepräsident Álvaro García Linera fest.

Um vor allem die extreme Armut weiterhin effektiv zu bekämpfen müsse die Wirtschaft des ressourcenreichen Andenlandes "in einem Rhythmus von zehn Prozent in den kommenden 15 Jahren wachsen", so der studierte Soziologe, der die UNO-Daten am Mittwoch auf dem US-Fernsehsender CNN präsentierte. Ursache für die substantielle Verbesserung der sozialen Lage in Bolivien sei die Einsicht in die "Notwendigkeit öffentlicher Politiken, verbesserter Mechanismen der Partizipation, Aufmerksamkeit für die Qualität öffentlicher Leistungen, neuer Rahmenbedingungen für staatliche Institutionen sowie Mechanismen gesellschaftlicher Kontrolle", so das Papier.

Am stärksten zur Verbesserung der materiellen Situation haben staatliche Hilfszahlungen zum Verlassen des Armuts-Teufelskreislaufs beigetragen. Den größten Sprung nach unten macht die Armuts-Statistik seit 2007 und besonders im ländlichen Raum. Die positive Entwicklung in Bolivien liegt damit gegen den zuletzt leichten Trend von mehr Armut in ganz Lateinamerika.

Als extrem arm gelten die Menschen, die kein Geld zum Kauf des "Basis-Nahrungsmittelkorbes" aufbringen können. Als moderat arm werden jene Personen eingestuft, die zu wenig Geld zum Kauf des "Basis-Nahrungsmittelkorbes" und zur Finanzierung weiterer Lebenshaltungskosten wie Transport, Bildung und Gesundheit aufbringen können.

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