22. Nov 2007 | Brasilien | Venezuela | Politik | Wirtschaft

Ja zu Venezuela im Mercosur

Brasilien stimmt für Aufnahme Venezuelas in größte Wirtschaftsorganisation Südamerikas. Zustimmung aus Paraguay steht noch aus.

DruckversionEinem Freund senden

Rio de Janeiro. Der Verfassungs- und Justizausschuss des Unterhauses im brasilianischen Parlament hat dem offiziellen Beitritt Venezuelas zum Gemeinsamen Markt Südamerikas (Mercosur) zugestimmt. Das meldete der Pressedienst des Unterhauses am Donnerstag. 44 Abgeordnete stimmten für die Aufnahme, 17 dagegen. Im letzten Schritt muss der Antrag noch dem Senat vorgelegt werden.

Jovair Arantes, Abgeordneter der Arbeitspartei des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, betonte nach der von Venezuela lange erwarteten Abstimmung: "Venezuela ist ein wichtiger Partner für Brasilien und der Beitritt ist wichtig für den Mercosur". Im größten Land Lateinamerikas herrschte im Vorfeld der Abstimmung Uneinigkeit über des Beitritts Venezuelas. Zwischenzeitlich war es deswegen zu Spannungen in den bilateralen Beziehungen beider Länder gekommen.

Ursache war eine Äußerung des venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez. Er hatte einige rechtsgerichtete brasilianische Parlamentarier als "Papageien im Dienste der USA" bezeichnet, nachdem sie harsche Kritik an seiner Innenpolitik geäußert hatten. Die Abgeordneten des rechten Lagers forderten daraufhin eine offizielle Entschuldigung, Venezuela stellte dem Nachbarstaat im Juli ein Ultimatum: Falls die Vollmitgliedschaft Venezuelas binnen drei Monaten vom brasilianischen Parlament nicht ratifiziert werden würde, trete Venezuela aus der Organisation aus.

Das Beitrittsprotokoll zum südamerikanischen Wirtschaftsblock, der nach dem Vorbild der Europäischen Union zunehmend politischen Charakter bekommen soll, wurde bereits im Juli 2006 in Caracas von den Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela unterzeichnet. Damals ging man davon aus, dass die jeweiligen nationalen Parlamente die Aufnahme Venezuelas binnen eines Jahres ratifizieren werden. In Brasilien haben sie sich damit schwer getan, bis heute fehlt noch die Unterschrift aus Paraguay.

Mercosur ist die größte Wirtschaftsorganisation der Region, auf die 75 Prozent des BIP Lateinamerikas entfallen. In den Mitgliedstaaten leben insgesamt 250 Millionen Menschen. Chile, Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru sind assoziierte Mitglieder.


Quellen:

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Mercosur

Westerwelle wirbt für Freihandel mit Mercosur

Patriota und Westerwelle in Barsilía

Frankreich weiter gegen deutsche Pläne. Außenminister lobt Brasiliens Entwicklung

Brasilía/Sao Paolo. Außenminister Guido Westerwelle hat sich für den zügigen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten ausgesprochen. … weiter >

23. Dez 2011 | Argentinien | Großbritannien | Politik

Mercosur sperrt Häfen für Schiffe von "Falklandinseln"

Der argentinische Außenminister Héctor Timerman

Montevideo. Argentiniens Außenminister Héctor Timerman hat sich für die Rückendeckung der Mercosur-Staaten im Konflikt mit Großbritannien um die Malwinen (Falklandinseln) bedankt. Die britische Herrschaft über die Malwinen sei "ein Dolch im Herzen Lateinamerikas", sagte der Chefdiplomat der Regierung von Präsidentin Cristina Fernández nach Angaben der Nachrichtenagentur Télam. … weiter >

22. Dez 2011 | Südamerika | Politik

Mercosur-Beitritt Venezuelas weiter offen

Teilnehmer des 42. Mercosur Gipfeltreffens

Mercosur-Gipfeltreffen verweist Lösung des Beitritts Venezuelas an Sonderausschuss. Ecuador verzichtet vorerst auf Mitgliedsantrag

Montevideo. Der Beitritt Venezuelas zum Gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) bleibt ungeklärt. Die Mitgliedstaaten des südamerikanischen … weiter >