24. Sep 2007 | Amerikas

Bank des Südens soll 2008 Arbeit aufnehmen

Treffen der Finanzminister der designierten Gründungsmitglieder Anfang Oktober geplant. Sieben Milliarden US-Dollar Gründungskapital

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Caracas. Langsam aber sicher entsteht sie - die lateinamerikanische Alternative zum Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank: Im kommenden Jahr soll die "Bank des Südens" mit dem Sitz in Caracas ihre Arbeit aufnehmen. Dies teilte der venezolanische Finanzminister Rodrigo Cabezas am Freitag abend (Ortszeit) in der venezolanischen Hauptstadt mit. Venezuelas Regierung arbeitet seit Wochen intensiv an einer baldigen Umsetzung des Projektes, das im Februar dieses Jahres von den Präsidenten Venezuelas und Argentiniens, Hugo Chávez und Néstor Kirchner, ins Leben gerufen worden war. Inzwischen haben sich dem Vorhaben auch Bolivien, Brasilien, Ecuador und Paraguay angeschlossen. In Uruguay laufen noch die parlamentarischen Beratungen zu einem Beitritt.

Die regionale Entwicklungsbank solle Ende des Jahres eingerichtet werden, um ihre Arbeit Anfang 2008 aufzunehmen, sagte Cabezas nun. Anfang Oktober sollen dafür die Finanzminister der designierten Gründungsmitglieder in Río de Janeiro zusammenkommen, schrieb die venezolanische Tageszeitung Panorama unter Berufung auf eine Aussage des Ministers vom Wochenende. Chile werde als Beobachter teilnehmen.

In den letzten Tagen war in den stockenden Gründungsprozess Bewegung gekommen. Der bisherige Wackelkandidat Brasilien gehöre nun zu den Gründungsmitgliedern der Bank, gab Venezuelas Präsident Hugo Chávez nach einem Treffen mit seinem brasilianischen Amtskollegen Lula da Silva am Donnerstag letzter Woche bekannt. In Brasilien signalisierte auch der ecuadorianische Präsidenten Rafael Correa seine Unterstützung. Correa war mit seinen beiden Amtskollegen in der nordbrasilianischen Stadt Manaus zusammengekommen. Der ecuadorianische Staatschef befand sich auf der Rückreise von einem Besuch bei Präsident Néstor Kirchner in Argentinien, wo ebenfalls über das Projekt gesprochen worden war. Der intensive Austausch zwischen den Staatschefs der Region spricht für ein Voranschreiten der kontinentalen Integration, besonders im Finanz- und Energiesektor. Als Gründungskapital der "Bank des Südens" beläuft sich auf umgerechnet sieben Milliarden US-Dollar, die von den Mitgliedsstaaten eingezahlt werden.

Die Gründung der regionalen Entwicklungsbank ist der erste Versuch seit dem Zusammenbruch des Sozialismus 1990, der Allmacht von IWF und Weltbank etwas entgegenzusetzen. Die Organisation soll langfristig auch den Staaten Asiens und Afrikas offen stehen, wo es ähnliche Bestrebungen gibt.


Quellen: Zeitung Panorama (Venezuela), Telesur

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