14. Apr 2008 | Deutschland | Venezuela

Sieg der Demokratie gefeiert

Gedenken am 6. Jahrestag der Niederschlagung des Putsches in Venezuela. Große Teilnahme an Festakt in Berlin

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Caracas/Berlin. Hunderttausende Menschen haben in den vergangenen Tagen des sechsten Jahrestages des Putsches Mitte April 2002 gedacht. In dem südamerikanischen Land fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, gefeiert wurde aber auch in den diplomatischen Vertretungen Venezuelas weltweit.

Am 11. April 2002 war der demokratisch gewählten Präsident Hugo Chávez von rechten Militärs entführt worden. 48 Stunden später aber konnte der Aufstand unter breiter Beteiligung der Bevölkerung niedergeschlagen werden. Auch in Berlin erinnerte die Botschaft Venezuelas an dieses historische Ereignis. Über 200 Menschen beteiligten sich am Sonntag in der deutschen Hauptstadt an einer "Fiesta der Würde und der Demokratie".

Botschafterin Blancanieve Portocarrero hob in ihrem Grußwort die historische Bedeutung der Ereignisse vor sechs Jahren hervor: "Das Volk, das von seinen Rechten Besitz ergriffen hatte, nahm am frühen Morgen des 13. April die Straßen von Caracas ein, entschlossen, seine Würde, sein Leben und seine Zukunft zu verteidigen. In absoluter Bescheidenheit können wir sagen, dass dieses Ereignis einzigartig in der bekannten Geschichte ist."

In der Veranstaltung ergriffen auch Vertreterinnen und Vertreter von Solidaritätsgruppen, Jugendorganisationen und Parteien das Wort.

Auch die deutsche Bundestagsabgeordnete von der Linksfraktion, Kornelia Möller, betonte: "Die Tatsache, dass das venezolanische Volk innerhalb von 48 Stunden durch einen Volksaufstand, dem sich auch die demokratischen Teile der Armee anschlossen, eine Militärdiktatur und eine jahrelang vorbereitete Unterdrückung verhindert haben, ist sicherlich ein Höhepunkt der Geschichte Lateinamerikas und ein besonderer Moment für die Selbstbestimmung und die Demokratie. Alle Venezolanerinnen und Venezolaner können darauf stolz sein. Niemals wird es irgendjemandem gelingen, die historische Bedeutung dieser Tage und Stunden in Frage zu stellen, die im Bewusstsein der Menschen dieses Landes eingebrannt bleiben werden."

Nancy Larenas erinnerte für das Berliner Aktionsbündnis für Venezuela daran, dass auch in Deutschland die internationale Medienmanipulation zur Rechtfertigung des Putsches gegriffen habe. Deshalb, so die in Berlin lebende Chilenin, seien Unterstützung und Solidarität für den revolutionären bolivarischen Prozess unverzichtbar geworden. Aus Hamburg war eine mehr als 30 Mitglieder starke Delegation angereist, in deren Namen Xiomara Tortoza von der Hamburger Gruppe Salón Protagónico erklärte zu den Ereignissen vor sechs Jahren: "Dies waren Tage, an denen sich das Volk mutig und ohne Angst gegen eine Oligarchie stellte, deren Ziel es mit Unterstützung der US-Regierung war, die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen und deren Sprecher, den Präsidenten Hugo Chávez, zu ermorden." Die Solidaritätsbewegung stehe nun vor der Herausforderung, die Solidarität mit Venezuela gemeinsam zu koordinieren.


Den gesamten Text der Pressestelle der venezolanischen Botschaft finden sie hier.

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