3. Dez 2008 | Amerikas

Für Rechte der Arbeiter

Venezuelas Präsident fordert Ermittlungen in Dreifachmord an Gewerkschaftern. Unterstützung von Arbeitskampf bei Unternehmen Sanitarios Maracay

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Maracay. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat sich für eine tief greifende Untersuchung der Morde an drei Gewerkschaftsaktivisten im Bundesstaat Aragua ausgesprochen. Richard Gallardo, Luis Hernández und Carlos Requena waren am vergangenen 28. November erschossen worden, als sie eine Versammlung der Gewerkschaft UNT verließen. Die Mörder eröffneten von einem Motorrad aus das Feuer auf die Männer. Am Rande der Amtseinführung des neuen Gouverneurs von Aragua, Rafael Isea, forderte Chávez am Montagnachmittag (Ortszeit) nun eine genaue Untersuchung der Tat. Die betreffe auch transnationale Unternehmen, die in den Mehrfachmord verwickelt sein könnten. Der Innen- und Justizminister Tareck El Aissami gab derweil die Festnahme eines 31-jährigen Tatverdächtigen bekannt.

Zwar nannte Chávez kein Unternehmen beim Namen. Doch seit der Bluttat war der Verdacht auf den Konzern ALPINA gefallen, der unter anderem kolumbianische Investoren hat. In Kolumbien gehören Auftragsmorde an Gewerkschaftern zum traurigen Alltag. Zudem befanden sich die in der UNT organisierten Beschäftigten zum Zeitpunkt der Morde in einem Arbeitskampf mit den Eignern des Unternehmens. Chávez forderte zugleich, das Verhalten der Polizei zu untersuchen. Unter dem abgewählten Gouverneur der rechtssozialdemokratischen Partei Podemos, Didalco Bolívar, waren die Sicherheitsorgane dieses Bundessstaates mehrfach gegen protestierende Arbeiter vorgegangen.

Zugleich nahm Chávez für die Beschäftigten des umkämpften Sanitärunternehmens Sanitarios Maracay Position. Das Unternehmen war von der Belegschaft besetzt und weitergeführt worden, nachdem die ehemaligen Eigentümer es sich selbst überlassen hatten. Die Arbeiter von Sanitarios Maracay forderten daraufhin eine Verstaatlichung des Unternehmens unter Arbeiterkontrolle. Der ehemalige Arbeitsminister José Ramón Rivero lehnte dies jedoch ab. Der Fall war in Venezuela deswegen über Monate hinweg ein Politikum. Mit seiner Stellungnahme sorgte Chávez nun für politische Klarheit: "Alle Unternehmen, in denen die Arbeiter nicht bezahlt werden, wo sie von Unternehmern ausgebeutet werden oder wo die Betriebe geschlossen werden, ohne die Belegschaft auszubezahlen, müssen nationalisiert werden", sagte er.


Quellen: Radio YVKE Mundial, Aporrea.org.

Bildquelle: www.ft.ci.org

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