5. Dez 2008 | Venezuela | Politik

Wahlverlierer ins Kabinett

Überraschende Ernennungen in Venezuela: Unterlegene Kandidaten Cabello und Chacón werden Minister

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Caracas. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat wichtige Posten in seinem Kabinett umbesetzt. Neuer Informationsminister wird Jesse Chacón. Diosdado Cabello wird erneut Infrastrukturminister. Beide hatten bei der kürzlich stattgefundenen Regional- und Kommunalwahl kandidiert, die Wahl jedoch verloren (amerika21.de berichtete).

Im Bundesstaat Miranda, zu dem Teile der Hauptstadt Caracas gehören, hatte bei der Wahl Diosdado Cabello als Kandidat der Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) von Präsident Chávez seinen Gouverneursposten an den Oppositionellen Henrique Capriles Radonski (Primero Justicia) verloren. Nun beruft ihn Chávez ins Infrastrukturministerium, welches der ehemalige Vizepräsident Cabello bereits vor seinem Amt als Gouverneur inne hatte.

Der Unternehmer Cabello gilt als Vertreter der Rechten innerhalb des Chavismus und ist bei Basisaktivisten nicht gut angesehen, da ihm verschiedenste Korruptionsaffären vorgeworfen werden. Er löst nun Isidro Rondón ab, der erst Anfang Februar für Diosdados Bruder José David Cabello ernannt worden war.

Auch Jesse Chacón (PSUV), der neue Informationsminister, bekleidete sein neues Amt bereits schon einmal. Zuletzt war er Präsidialamtsminister, davor auch schon Innenminister. Chacón hatte seinen Ministerposten im Präsidialamt im Sommer zugunsten einer Bürgermeisterkandidatur im Bezirk Sucre, im Osten von Caracas, aufgegeben. Die dortige Wahl verlor er gegen den Oppositionskandidaten Carlos Ocariz (Primero Justicia).

Chacón ersetzt Andrés Izarra, dessen Informationspolitik besonders von linken Strömungen des Chavismus immer wieder kritisiert wurde. Statt einer geforderten Öffnung der Staatsmedien für Basisaktivisten orientierte sich Izarra bei der Ausrichtung oft eher an der privaten Konkurrenz. Im Frühjahr hatte Izarra bereits seinen Rücktritt angeboten, den Präsident Chávez jedoch damals ablehnte.

Die venezolanische Tageszeitung Ultimas Noticias hatte vor der Ernennung der zwei neuen Minister von Gerüchten aus gut informierten Kreisen berichtet, dass auch noch weitere Umbesetzungen anstehen würden. Auch andere aus ihrem regionalen Amt geschiedene Chavisten würden nun Ministerposten bekommen. So war unter anderem Luis Reyes Reyes für das Gouverneursamt im Staat Lara nicht mehr angetreten. Der General a.D. ist laut Ultimas Noticias als Verteidigungsminister im Gespräch. Der bisherige Bürgermeister des Hauptstadtbezirkes Libertador, Freddy Bernal, sei ebenfalls ein heißer Kandidat auf einen Ministerposten, hieß es.


Quelle: Ultimas Noticias

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