10. Apr 2009 | Amerikas | USA | Militär | Politik

Lateinamerika für US-Vorstoß gegen Atomwaffen

Initiative von US-Präsident Obama trifft auf positives Echo. Amerika21-Redakteur weist in TV-Debatte auf offene Fragen hin

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Prag/Caracas/Berlin. Der Vorschlag des US-amerikanischen Präsidenten Barack Hussein Obama, die Welt von Atomwaffen zu befreien, ist in Südamerika auf positives Echo gestoßen. Obama hatte am vergangenen Sonntag in der tschechischen Hauptstadt Prag die Verantwortung der USA bekräftigt, sich für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen.

Zugleich erklärte der Staatschef, die USA würden auch weiterhin ein "sicheres Arsenal" dieser Massenvernichtungswaffen aufrechterhalten. Dies sei notwenig, um potentielle Gegner abzuschrecken und Verbündete zu schützen. Auch erklärte Obama, dass die Abschaffung von Atomwaffen kein kurzfristiges Ziel sei. Er selbst werde eine von Atomwaffen freie Welt wohl nicht mehr erleben, sagte der 46-jährige Politiker der Demokratischen Partei.

In Lateinamerika traf die Willensbekundung dennoch auf positive Resonanz. Während seines Aufenthaltes in Japan bezeichnete Venezuelas Präsident Hugo Chávez Obamas Ankündigung am Dienstag als "ermutigend". Zugleich erinnerte Chávez daran, dass Länder wie Venezuela und Kuba, aber auch die Atommacht Russland, sich immer wieder für eine nukleare Abrüstung eingesetzt haben.

Angesichts der Prager Rede von Obama zeigte sich der venezolanische Staatschef zuversichtlich: "Wir sollten weiter den Weg hin zu Frieden und friedlichem Zusammenleben beschreite."

Auch in den Medien fand das Thema in den vergangenen Tagen große Beachtung. Im Auslandsfernsehen Deutsche Welle diskutierte Amerika21.de-Redakteur Harald Neuber am Freitag über die Pager Rede von Obama. Neuber war neben Michael Levitin, dem Deutschland-Korrespondenten der US-Medien Herald Tribune und Newsweek sowie dem Korrespondenten der spanischen Tageszeitung ABC, Ramiro Villapadierna, zur internationalen Talkshow Quadriga eingeladen.

In der Debatte wies Neuber auf die offenen Fragen nach der Obama-Rede hin. "Es ging dabei doch ausschließlich um die alten Atombomben, die zum Teil aus den 1950er Jahren stammen", sagte er: "Inzwischen entwickeln die USA aber neuen Generationen kleinerer Atomwaffen, der so genannten mini-nukes." Eine Einstellung dieser Rüstungsforschung habe Obama nicht versprochen, sagte Neuber, der zudem auf die NATO-Strategie verwies, die nach wie vor einen möglichen Einsatz nuklearer Waffen vorsieht. Dies betreffe auch Deutschland, wo noch mehrere Dutzend US-Atombomben lagern.

Trotzdem, so Neuber, sei die Ankündigung von Obama positiv zu bewerten: "Immerhin stammt sie von dem Präsidenten des einzigen Landes, das in der Geschichte der Menschheit Atombomben eingesetzt hat".

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