ALBA auf Seiten der Bewegung

Chávez und Morales sprachen in Kopenhagen vor Aktivisten. Bolivien initiert weltweites Referendum gegen Klimawandel

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Kopenhagen. Am Donnerstag vergangener Woche fand in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen eine Zusammenkunft von sozialen Bewegungen mit Vertretern der Bolivarischen Allianz für Amerika (ALBA) statt. Sowohl Venezuelas Präsident Hugo Chávez wie auch sein Amtskollege aus Bolivien, Evo Morales, sprachen dort vor hunderten überwiegend jungen Aktivisten aus ganz Europa. Die Staatschefs waren am Vortag zum UN-Klimagipfel in die Stadt gereist.

Morales und Chávez hatten die öffentliche Veranstaltung in einer Sporthalle dem offiziellen Festbankett der angereisten Staatschefs bei Königin Margrethe am Rande des Gipfels vorgezogen. Auf einer großen Bühne zeigten sich die ALBA-Vertreter gemeinsam mit Persönlichkeiten der europäischen Linken wie dem ATTAC-Ehrenpräsident und ehemaligen Direktor der französischen Monatszeitung Le Monde diplomatique, Ignacio Ramonet. Neben den zwei Staatschefs war auch der kubanische Vizepräsident Esteban Lazo anwesend. Alle sprachen sich unter großem Applaus der Zuhörer für ein Klimaabkommen aus, das deutliche Schritte zur "Rettung der Mutter Erde" definiert.

Zuerst sprach Evo Morales zu den Sympatisanten. Für den Klimawandel sei der Kapitalismus verantwortlich und nur eine Transformation hin zum Sozialismus könne das Überleben der Menschheit sicherstellen, so Morales. Er präsentierte erneut seinen Vorschlag eines weltweiten Referendums über Maßnahmen gegen den Klimawandel. Derzeit kann auf einer Internetseite der Regierung über die weitgehenden Vorschläge Boliviens abgestimmt werden. Hinter den Forderungen stehen auch die Regierungen der anderen ALBA-Länder, betonte Hugo Chávez anschließend.

Der venezolanische Präsident wandte sich in seiner Rede deutlich gegen die Polizeigewalt gegenüber friedlichen Demonstranten am Rande des Klimagipfels. "Ich habe schreckliche Repression in den Straßen von Kopenhagen gesehen". In Ländern wie Venezuela und seinen ALBA-Verbündeten sei so etwas unvorstellbar. "Uns bezeichnen sie als Tyrannen", so der erklärte Sozialist, "dabei sind die USA der wahre Tyrann auf dieser Welt".

Chávez: gemeinsam gegen den Kapitalismus

Chávez rief die weltweite Linke und soziale Bewegungen zur Einheit auf, um gemeinsam mit den progressiven Regierungen in Lateinamerika für die Überwindung des Kapitalismus und eine Transformation zum Sozialismus zu kämpfen. "Ich rufe die Bürger des Nordens auf, sich mit den Völkern des Südens zu vereinen", so Chávez, "lasst uns zusammenstehen gegen den Kapitalismus und mörderische Kriege, für eine Revolution, die das Leben und die Liebe in den Mittelpunkt stellt." Zudem müsse diese auch eine ökologische und feministische Revolution sein und den Marxismus einbeziehen. "Das ist die Revolution des 21. Jahrhunderts," betonte der Staatschef.

Es werde ein harter Kampf, aber Chávez zeigte sich überzeugt, dass "die transformatorischen Kräfte in Europa erstarken werden". Auch im Rest der Welt seien "zur Rettung der Menschheit und der Erde" revolutionäre Bewegungen nötig - "auch in den USA", so Chávez, "und diese Kräfte werden nichts mit Obama zu tun haben", betonte er. Den US-Präsident bezeichnete der Venezolaner als "Kriegsnobelpreisträger".

Die Veranstaltung mit den Staatschefs war ursprünglich als Teil des Alternativgipfels "KlimaForum09" geplant. Bei den Organisatoren des Forums stieß der Vorschlag allerdings auf Ablehnung. Schlussendlich organisierte die Solidariätsbewegung mit den progressiven Prozessen in Lateinamerika die Veranstaltung unabhängig vom Alternativgipfel der Umweltbewegung.


Bildquelle: ABN

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